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Kinderpsyche und Corona-Krise: „Es wird keine 'lost generation' geben“

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Über die Folgen der Corona-Pandemie, Lockdown und Homeschooling für Kinder und Jugendliche wurde zuletzt viel debattiert. Denn die vergangenen 12 Monate zeigen offenbar zunehmend Schleifspuren – nicht nur an den Nerven von Erwachsenen. Familienministerin Franziska Giffey sprach in diesem Zusammenhang zuletzt von Bildungs- wie auch Bindungsstörungen als langfristige Folge. Und auch in den Corona-Diskussionen von Bund und Ländern stand und steht das Thema Schul- und Kitaöffnungen auch aus diesem Grund weit oben auf der Agenda.

Doch was ist wirklich gesichert bekannt zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Im Podcast fasst Kinder- und Jugendpsychiater Professor Marcel Romanos die aktuellen Erkenntnisse zusammen. Der Direktor des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) am Universitätsklinikum Würzburg und Stellvertretende Präsident der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP) erläutert zudem, bei welchen Kindern besonders hohe gesundheitliche Risiken drohen, warum diese dann leicht durchs Hilferaster fallen und welche Unterstützung hier nötig ist. Und er beruhigt auch: "Es wird „keine lost generation“ geben.


Kommentare

Ernst Baldrianus
by Ernst Baldrianus on
Endlich mal eine Analyse in der differenziert geschlussfolgert wird und nicht nur gejammert oder angeklagt wird. Schuldzuweisungen an andere sind z.Z. an der Tagesordnung,um eigne Gedankenlossigkeit , Inaktivität und Unwissenheit zu kassieren, wenn es um Kindererziehung, Familienklima. Langeweile ,Überforderung, Verständnis und Selbstzurücknahme von Erwachsenen speziell Eltern. geht. Kinderwicklung bedeutet eine Ganzheitsbetrachtung wie körperliche, geistige und seelische Entwicklung in den allen Reifephasen-Säugling, Kleinkind, Vorschulalter, Schulalter ,Jugendalter und das in jeder Phase altersentsprechend differenziert, aber keine einseitige pädagogische Betrachtung. Ein 3-jähriger ist nicht zu vergleichen mit einem 6.jährigen und dieser schon gar nicht mit einem Kind vor bzw. nach der Pubertät. Offensichtlich sind viele Eltern überfordert und erwarten, dass der Staat hier voll einspringt .Besser sind Bildungsprogramme in den Medien besonders Fernsehen nur für Kinder, Schüler, Eltern und Kinder.(-ich habe sie in dieser Zeit vermisst, Angebote in Bildungseinrichtungen etc. (wie in den nordischen Ländern). Kinder und Elter, Kinder und Erzieher/innen ,Schüler und Lehrer sind al seine Einheit in der Erziehungs-und Bildungsarbeit zusehen und die Verantwortung liegt aber an erster Stelle bei den Eltern. Leider schieben aber zunehmend Eltern diese notwendige Verantwortung gern ab. Für alle o.g. ist aber maßgeblich eine Vorbildhaltung und Ehrlichkeit. Dies sollten wir diskutieren und ich bin sicher,dass wird es etwas Gutes für alle wird ,besonders aber für Kinder.
C. Johannsen
by C. Johannsen on
Vielen Dank an alle wissenschaftler_innen und Beteiligten und für die Initiative und Durchführung der Studie sowie das informative Interview. Aus meinem Arbeitsalltag meiner Sozialpsychiatrischen Praxis kann ich all die Dinge die Professor Marcel Romanos schildert nur unterstützen. Als besonders betroffene erlebe ich die Kindern in vollstationären Jugendhilfeeinrichtungen (Heimen und Pflegefamilien) bei denen aufgrund von infektionologischen Vorgaben notwendige Hilfen und Therapien reduziert oder gar nicht erfolgen - die Schule als Ort der Stabilität wegfällt und die Betreuer in den Einrichtungen durch anhaltend notwendige Überstunden in der Erschöpfung nicht mehr so hilfreich zur Verfügung stehen können wie normalerweise. Gerade auch diese Kinder - von Herrn Professor Marcel Romanos nicht erwähnt - sollten als besonders gefährdet dringend berücksichtigt werden! Und bei Ihnen muss die kontinuierliche Therapie fortgesetzt werden können! Das muss deutlich mehr berücksichtigt werden, da wir sonst deutlich mehr Entwicklungsschwierigkeiten und Volkswirtschaftliche Kosten bei diesen Menschen zu erwarten haben.

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