ÄrzteTag

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Warum wir als Gesellschaft bei Zwangsehen mehr hinschauen sollten

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„Wir waren verzweifelt, enttäuscht von unserer Gesellschaft“, sagt Ali, der aus Pakistan geflüchtet ist: Der Heimat, Familie und Freunde verlassen hat, „damit ich ein besseres Leben habe“. Und dann erlebt er mitten in Deutschland, dass seine türkische Freundin von der eigenen Familie entführt wird, weil sie zwangsverheiratet werden soll. Dass er niedergeschlagen wird, blutend aus der gemeinsamen Wohnung flüchten kann, „barfuß, ohne Handy, ohne Ausweis“, aber niemand auf der Straße ihm hilft, nicht einmal die Polizei ruft.

Leider kein Einzelfall. Seit 2008 hilft der Verein peri e.V. Opfern von Zwangsehen und engagiert sich für das Recht junger Muslima auf Selbstbestimmung. Auch junge muslimische Männer wenden sich immer häufiger an die Organisation. Gegründet wurde der Verein von der Menschenrechtsaktivistin und Publizistin Serap Çileli, die einst selbst Betroffene einer Zwangsheirat war. Für sein Engagement wurde peri im vergangenen Jahr mit dem 1. Platz des Springer Charity Awards ausgezeichnet. Im „ÄrzteTag“ stellen wir neben Ali drei weitere Betroffene vor: Um denen, die Hilfe suchen, Mut zu machen. Aber auch, um an die Gesellschaft zu appellieren, eben nicht wegzuschauen – ganz nach dem peri-Motto: „Mischt Euch ein, holt Euch Hilfe!“: „Helft uns, werdet Mitglied, mischt Euch ein und mischt Euch vor allem in Eurem Umfeld ein“, appelliert Ceyda daher. Zwangsehen haben viele Gesichter, wie die Geschichten von zeigen.


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