ÄrzteTag

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00:00:03:

00:00:06: Willkommen zum Ärztetag, dem Podcast der Erzizeitung.

00:00:09: Mein Name ist Hauke Gerloff und ich bin stellvertretender Chefredakteur.

00:00:13: Ja unser Thema das ist die Entbudgetierung heute.

00:00:17: Das ist ja ein großes Thema für Hausärzte und es sind inzwischen fünf Monate her dass für Haus Ärztinnen und Haus Ärzte das erste Quartal ohne Budgetierung begann.

00:00:28: zwei Monate, dass dieses erste Quartal zu Ende gegangen ist.

00:00:32: Und die Honorarbescheide dafür gehen erst in etwa – ja wenn ich das richtig sehe – in zwei Monaten ungefähr raus?

00:00:40: Wir aber wollen heute schon etwas darüber erfahren wie sich die Entbudgetierung am Ende ausgewirkt hat.

00:00:47: Einer der es wissen kann ist der Arzt und Unternehmensberater Dr.

00:00:51: Georg Lippen von der AAC Praxisberatung in Berlin.

00:00:55: Den begrüße ich jetzt in der Leitung!

00:00:57: Hallo Herr Dr.

00:00:59: Herr Dr.

00:01:00: Lübben, ich hole jetzt ein bisschen aus!

00:01:02: Es ist ja noch gar nicht so lange her dass wir zuletzt miteinander im Podcast gesprochen haben.

00:01:06: da ging es um die Auswirkungen der neuen Vorhaltepauschale auf die Hausarztpraxen.

00:01:12: Sie hatten anhand von Daten der Praxen die sie betreuen simuliert welche Chancen Praxene haben acht von zehn Kriterien für die Vorhaltepauschale zu erfüllen und im Gegensatz je Fall rund zwei Euro fünfzig mehr als zuvor zu bekommen.

00:01:27: Dann kamen wir auf die Idee, dass wir eigentlich die Ihnen direkt vorliegenden und im Februar ausgewerteten Abrechnungsdaten des vierten Quartals zwanzig fünfundzwanzig von gar nicht so wenigen Praxen – damals hatten sie einige hundert Praxenanalysiert in der Simulation.

00:01:48: dass wir die nutzen könnten für eine erste Analyse der Auswirkungen, der Entbudgetierung auf die Honorar-Situation in Hausarztpraxen.

00:01:57: Herr Dr.

00:01:58: Lübben sind die Hausärztinnen und Hausärzte jetzt im Schlaraffenland angekommen nach dem ersten Quartal ohne Budget?

00:02:05: Jetzt sagen Sie nicht es kommt drauf an!

00:02:07: Ich bin kein Jurist dann wäre das die Antwort.

00:02:10: aber in der Tat glaube ich kann mit einem nein beantworten Schlafenland wäre ein sorgenfreies Leben.

00:02:21: Und ich glaube, ein sorgen- freies Leben hat die Entbudgetierung definitiv für Hausärzte nicht gebracht, weil das ganze Thema ist ja erst mal basiert es auf dem EBM.

00:02:35: Der EBM gilt und verändert mit seinen Libertierungen, mit seinen Regeln.

00:02:41: Ich muss ja um überhaupt von der Entbudgettierung massiv im vierten Quartal profitieren zu können, muss ich ja überhaupt erst mal mein Budget überschritten haben.

00:02:53: Und damit nur noch eine Rechtsvergütung meines Budgetüberschreitenden Teils gehabt habe.

00:02:59: und das hat nicht jeder Hausarzt.

00:03:01: Ja sogar relativ viele nicht.

00:03:03: in vielen Kaffern gab es ja eine fast hundertprozentige Auszahlungskote.

00:03:09: Aber da kommen wir gleich zu, vielleicht gucken wir noch mal ein bisschen genauer drauf.

00:03:13: Diese ganze Entbudgetierung ist ja ziemlich komplex geregelt.

00:03:18: Wollen Sie zunächst vielleicht noch einmal in Erinnerungen rufen wie das ganze Konstrukt funktioniert?

00:03:23: Genau, also eine Plattpraxis hat ja ein gewisses Budget was in erster Linie basiert auf den Fallzahlen.

00:03:35: zum Teil basiert es auch dem Fallzahlen des Vorjahresquartate zum Teil eben auf den aktuellen Fallzahlen.

00:03:42: Das ist von KV zu KV unterschiedlich, dann hinter den einzelnen Fallzalen steckt ein Fallwert und jetzt Fallzahl mal Fallwert gibt das sogenannte Budget.

00:03:56: Budget heißt ja nicht anderes.

00:03:58: bis zu dieser Grenze werden die Leistungen auf jeden Fall zu hundert Prozent übergütet Und Leistungsschlagepraxen überschreiten dieses Budget relativ häufig und dann wird eben der Teil der Budgetüberschreitung nur noch anteilig bezahlt.

00:04:18: Das kann in einigen KV's sein, dass es nur zehn Prozent ist.

00:04:23: In anderen KV'n ist es vielleicht vierzig-fünfzig Prozent.

00:04:26: Das Wichtige ist, das schwankt von Quartal zu Quartals so dass man ein Hausarzt eben nie sicher sein konnte was steht am Ende des Tages auf dem Honorabeschalt.

00:04:38: Und das Ganze ist jetzt geändert.

00:04:40: alle Leistungen hausärztlichen Leistung Hausbesuche alle Leistung aus dem Kapitel drei die werden voll bezahlt.

00:04:50: Und die Kassen können sich nicht mehr darauf berufen, dass sie vorher praktisch ein Budget abgemacht haben und deswegen da irgendwann aufhören können zu bezahlen.

00:04:59: So ist es oder?

00:05:02: Es geht sogar noch weiter.

00:05:04: sollte die Leistungsmenge jetzt steigen weil die Mobilität eben mehr Leistungen erfordert sind die Kassens in der Nachfinanzierungspflicht das ist NGVSB eindeutig so festgelegt und wir wissen aus den kinderärztlichen Abrechnungen, die ja schon etwas länger entbudgetiert sind.

00:05:23: Dass dies auch zum Beispiel in den infektstarken Quartalen Winterquartal tatsächlich dann auch zu einer Nachfinanzierung führt?

00:05:31: Jetzt sind nicht alle Leistung von Hausärzten entbudgert worden.

00:05:37: also ich hatte es eben gesagt Hausbesuche Kapitel drei im EBM Aber Psychosomatik und Ultraschall, das sind ja eigentlich schon auch typisch hausärztliche Leistungen.

00:05:49: Die werden nicht entbudgetiert ausdrücklich.

00:05:53: Wie wirkt sich denn das aus?

00:05:55: Das wirkt in den einzelnen KVs sehr unterschiedlich aus.

00:05:59: Jede KV hat da so seine Rechenmethode was dann noch an Budgetierung drauf ist.

00:06:07: die Hochrechnungen, die die KV in den einzelnen Quartalen gemacht haben.

00:06:12: Da wo sie vorliegen haben zeigen aber dass das im Durchschnitt etwa fünf Prozent der Leistungen sind, die noch einer Mengensteuerung unterliegen.

00:06:24: und manche KV'n haben Sesquoten, manche sagen wir gucken erst mal was im Topf noch übrig ist.

00:06:31: Einzelne KVN geben auch noch kurz ZVS heraus, also das ist alles sehr unterschiedlich.

00:06:38: Ich würde aber sagen am Ende des Tages gehört das dazu, dass mehr oder weniger zwischen ninety fünf und siebenund neunzig Prozent der Leistungen dann doch bezahlt werden.

00:06:48: Das heißt also dieser Rest im Einzelfall muss man natürlich schauen, ist dann definitiv doch zu vernachlässigen.

00:06:57: Die Schmerztherapie, die ja nun eine etwas seltenere Leistung ist bei Hausärzten wird in vielen KVN weil sie auch nicht Kapitel drei ist.

00:07:06: Wird aber trotzdem voll verküttet.

00:07:09: Herr Dr.

00:07:10: Lippen es gab ja nun bereits vorher kvn in denen Haus Ärztinnen und Haus Ärzte Auszahlungsquoten von hundert Prozent erhalten haben oder wenigstens nahezu Hundert Prozent.

00:07:21: also da sind Ja auch die Regelleistungs Volumina für Hausärzte zum Teil abgeschafft worden.

00:07:30: Und da stellt sich so ein bisschen die Frage, ob die Entbudgetierung am Ende vor allem für Hausärzte gut ist, die in den großen Städten wohnen, die eine eigene KV haben, v.a.

00:07:41: Berlin und Hamburg.

00:07:43: Hier waren ja die Auszahlungsquoten teilweise bei achtzig Prozent oder sogar darunter auch im hausärztlichen Bereich.

00:07:52: Die Kassen haben sich manchmal beklagt, dass gerade da, wo die Versorgung gesichert ist.

00:07:56: Weil sogar fast eine Überversorgung von Hausärzten ist, das gerade da die Entspücetierung greift?

00:08:04: Ist das so?

00:08:05: Das ist nicht unsere Erfahrung!

00:08:07: Sie haben direkt angesprochen, dass zum Beispiel die KV-Bereiche Hamburg und Berlin traditionell sehr niedrige Auszahlungsquoten hatten weil eben auch viele Hausärzte da waren, die aber auch viele Patienten zu versorgen hatten.

00:08:24: Und wir sehen dieses Muster definitiv nicht.

00:08:28: und es gibt auch durchaus KV'n mit sehr starker ländlicher Strukturierung, die teilweise niedrige Auszahlungskoten hatten, weil eben viele Leistungen erbracht worden sind.

00:08:40: also dieses Musta kann ich nicht ohne weiteres sehen.

00:08:44: Ja, es gab traditionell KV'n mit sehr hohen Auszahlungskoten oder auch eben hundert Prozent.

00:08:51: Das waren KV', wo die Hausärzte in der Vertreterversammlung eine starke Stellung hatten und wo die KV definitiv gesagt haben wir wollen sicherstellen dass die hausärztlichen Leistungen voll bezahlt werden.

00:09:06: da habe man jetzt natürlich durch die Entbudgetierung jetzt auf jeden Fall das gesetzlich verbriefe Recht aus.

00:09:13: guter Du hast gesagt, dass das auch so bleibt.

00:09:15: Weil ansonsten, das hatten wir in Baden-Württemberg gesehen, konnte das auch nach zehn Jahren dauerhaft mal wenn Ebbe im Topf war ganz schnell wieder anders seid.

00:09:24: also ich glaube echt Sicherheit darum geht es dann.

00:09:28: Dann noch eine kleine Zwischenfrage Wenn ich in einer KV Hausarzt bin die eine Auszahlungskurte von hundert Prozent hatte oder fast so hoch Und jetzt fallen Ultraschall und Psychosomatik aus der Entbudgetierung raus.

00:09:42: Kann das am Ende sogar zu einer niedrigeren Gesamtauszahlungskode führen?

00:09:47: Die Wege des HVM sind ja manchmal unergründlich, würde ich mal sagen oder?

00:09:52: Das möchte ich im Einzelfall nicht ausschließen, dass das tatsächlich auch sein könnte, wenn man also jetzt nur den Effekt der Entbudgetierung letztendlich sieht Das ist eben, KV gibt die möglicherweise bei Ultraschall und Psychosomatik tatsächlich eine relativ niedrige Quote haben.

00:10:12: Und vorher ist alles bezahlt worden, dass da auch ein kleines Minus am Ende des Tages rein durch den Effekt der Entbudgetierung kommt.

00:10:21: Wir haben aber natürlich noch andere Effekte, die jetzt sagen wir mal mit reinspielen wie die Vorhaltepauschale oder dann sie andere Sachen, die das möglicherweise wieder gegensteuern

00:10:30: können.

00:10:31: Gut, jetzt haben wir genug Analytik betrieben vielleicht und nun gehen wir über zur Empirie und lassen die Zahlen sprechen.

00:10:38: Wie viele Praxen sind denn bei Ihnen in der ungefähr zumindest in der Untersuchung?

00:10:45: oder wie viele Praxis haben Sie sich schon angeschaut?

00:10:48: Wie sich da die Entbudgetierung auswirken könnte?

00:10:51: Wir haben

00:10:51: natürlich einige hundert Hausarztkunden, die sehr gut für Quartal Monitoren und in der Tat haben wir natürlich gesehen im vierten Quartal, dass sozusagen sich das Abrechnungsverhalten leicht geändert hat.

00:11:10: Das eben gerade in KVN mit sehr niedriger Restwertvergütung schon vollständig abgerechnet wurde als vorher weil es sich vorher vielleicht einfach auch nicht gerechnet hat.

00:11:22: Einzelne Praxen sind mit ihrer Leistungsmenge auch deutlich nach oben gegangen.

00:11:27: Da haben wir natürlich aufgepasst, weil diese Praxien wurden dann zeitauffällig und das ist etwas was auf jeden Fall zu vermeiden ist dass man sozusagen durch seine Abrechnung jetzt, weil man meint alles wird bezahlt ausfälligt wird im Abrechnungsverhalten.

00:11:44: Weil das haben die zumindest einzelnen KVN bereits angekündigt dass sie dann natürlich mit dem Schwert der Plausibilitätsprüfung draufschauen werden und das auch nicht durchgehen lassen werden.

00:11:57: Also, dann wurde das korrigiert und ich glaube da muss man jetzt ein verstärktes Augenmerk darauf achten, dass man eben nicht sagen wir mal aufwendig wird was das Abrechnungsverhalten betrifft.

00:12:11: Wenn Sie versuchen würden, diese Praxen auseinanderzunehmen.

00:12:17: Sagen wir mal also die einen und die anderen?

00:12:19: Wie viele würden Sie sagen oder wie hoch ist der Anteil der Praxens von der Entbudgetierung tatsächlich profitieren und wie stark ist der Effekt?

00:12:30: Das hängt unmittelbar damit zusammen, wie die Praxien in der Vergangenheit bereits abgerechnet haben.

00:12:36: Also wer eine große Budgetüberschreitung sowieso schon produziert hatte Einfach auf dem Standpunkt steht, ich habe diese Leistungen erbracht.

00:12:45: Dann rechne ich sie auch ab, was ja auch juristisch das Korrekte wäre.

00:12:50: Wir haben jetzt gerade im vierten Quartal deutlich profitiert Aber viele Praxen haben ihr Budget vorher nicht überschritten und haben jetzt auch nicht auf gut Deutsch gesagt eine massive Ausweitung.

00:13:05: Also ich kann nicht zumindestens bei unseren Kunden sehen, dass wir eine massive Leistungssteigerung jetzt haben alleine durch den Effekt der Entbudgetierung.

00:13:16: Im Einzelfall kann ich das nicht ausschließen aber im statistischen Durchschnitt würde ich sagen eher nicht.

00:13:23: Haben Sie denn auch Paxen gesehen, die sogar ein bisschen verloren haben oder so ein bisschen mehr?

00:13:28: Kann eigentlich nicht sein.

00:13:30: Nein, wie gesagt diese eine Fall, die jetzt sie gerade ja sagten Auszahlungsquote hundert Prozent und eben Psychosomatik und Ultraschall.

00:13:39: aber wie gesagt dann gab es auch andere Effekte in der Praxis dann Salzersteigerung oder irgendwas anderes.

00:13:45: also das ist glaube ich sehr schwer dass wir durch andere Effekt überlagern möglicherweise

00:13:51: okay Und die Fallzahlen haben sie sich relativ stabil entwickelt.

00:13:55: Q-Vier, drei, vierundzwanzig versus Q-vier und zwanzig?

00:13:59: Würde ich sagen ja da ist kein großer Trend zu erkennen und da hat auch bei den Kinderärzten war nichts wahrzunehmen wobei die Kassen da ja gerade den Vorwurf drauf machen.

00:14:13: Die Kassen erwarten dass durch die Entbudgetierung die Fall Zahlen nach oben gehen.

00:14:19: Mir erschließt sich nicht ganz, wie das passieren soll.

00:14:22: Aber das ist einer der wesentlichen Gründe die teilweise Kaffenvertreter jetzt zu vortragen.

00:14:29: Gerade auch im Hinblick auf das Sparkpaket von Frau Wagen was in Arbeit ist wo sie sagen eigentlich gehört die Entbudgetierung bei den Kinder- und Hausärzten gleich wieder abgeschafft weil Sie hat aus unserer Sicht nicht den erwarteten Versorgungseffekt.

00:14:45: Kleinen Praxen und die größeren Versorgerpraxen miteinander vergleichen.

00:14:49: Gibt es da Unterschiede oder ist das eher so ein bisschen das Abrechnungsverhalten?

00:14:55: Ich habe alles abgerechnet und bin über Budget gewesen, jetzt profitiere ich davon weil das eben nicht mehr gestrichen wird.

00:15:04: wie sehen Sie da die Effekte kleine Praxens versus große Versorgerpraxenz?

00:15:08: Würde ich sagen sind wir klein und groß wirklich an der Fallzahl festmachen?

00:15:13: Dann würde ich sagen, rein theoretisch hat die kleinere Praxis mehr Möglichkeiten im Rahmen der Aushelligkeiten natürlich Dinge abzurechnen.

00:15:23: Große Praxen sind sowieso schon mit ihrer Prüfzeit meistens relativ knapp und wenn dann die Praxene richtig Gas geben würden, dann passiert genau das was vorhin geschildert habe, dann würden Zeitauffälligkeiten auftreten und dann würde die KV mit der Prüfung ruckzuck auf der Matte stehen.

00:15:42: Also ich sehe nicht das Thema dass große Praxen da in irgendeiner Form besonders profitieren ganz im Gegenteil.

00:15:50: wenn man eher das sehen würde ist es das Abrechnungsverhalten per se was eine gewisse Logik- und Schlussfolgerungen in dieser Sache bringt aber nicht die praxisgrößte.

00:16:03: Ja, dieser Mengen-Effekt, das haben Sie ja jetzt eben schon gesagt.

00:16:06: Der ist tatsächlich nicht zu beobachten würden sie jedenfalls sagen?

00:16:10: Ich glaube es ist noch sehr früh wir haben einen Quartal ich glaube da sieht man mehrere Quartale letztendlich abwarten müssen.

00:16:17: aber ich habe jetzt aus den Daten nicht ein Signal dass irgendwie die Leistungsmenge durch die Decke geht.

00:16:23: bei den Kunden, die wir beraten.

00:16:25: Das muss man auch sagen ist ja natürlich auch eine gewisse Selektion.

00:16:29: Da achten wir natürlich auch darauf dass ich sage mal die Leistungsmenge plausibel und wirtschaftlich ist.

00:16:37: Ich sage einmal ich kann keine Aussage treffen für Paktien die wir nicht beraten haben.

00:16:42: Okay das ist natürlich logisch aber einen gewissen Querschnitt werden sie vielleicht dann doch auch haben dass Ärzte, die vielleicht nicht von ihnen betreut werden da einfach dann in die Menge gehen.

00:16:56: Also ich werde glaube ich auch vorsichtig aber man weiß natürlich nicht wie der dann auch in den Teams besprochen wird und so weiter.

00:17:03: das ist natürlich klar.

00:17:04: Aber insofern sind wir trotzdem noch gespannt auf die Honorarbescheide Die dann von den KV rausgehen.

00:17:11: ja im Ende April Anfang Mai ist es immer Herr Dr.

00:17:16: Lüppen, wie könnte man denn Entbudgetierung klüger umsetzen als das jetzt passiert ist?

00:17:22: Oder ist es doch so ganz gerecht oder gut gemacht und könnte dann sagen, na ja, können die Fachärzte vielleicht auch nachziehen wenn die immer nur auf Auftrag tätig werden in einem späteren Primärarztsystem?

00:17:40: da kann man nicht mehr budgetieren.

00:17:42: So würde man jetzt ganz platt argumentieren, wenn man Facharzt wäre.

00:17:48: Was würden Sie sagen?

00:17:49: Kann man eine Entbudgetierung auch noch klüger umsetzen als es jetzt passiert ist?

00:17:53: Ich glaube, man hat durch das SGB V, durch die ganze Honorasystematik nicht so viele Möglichkeiten.

00:18:02: was sich mir nicht erschlossen hat ist warum man die Ultraschallleistung und die Psychosomatik ausgenommen hat, ist es klar.

00:18:11: Sie gehören nicht dem hausärztlichen Kapitel an aber sie sind doch Hausarzneistungen die regelhaft von Hausärzten und zwar im Nennswerbemumfang erbracht werden.

00:18:20: sie gehören also zum typischen hausärtigen Leistungsspektrum.

00:18:25: Mir hat sich nicht erschlossen warum man da für diese Leistungsbereiche etwas extra macht.

00:18:32: ich finde es ist komplex und kompliziert die ganzen Rechenmethoden die dahinter setzen.

00:18:38: Aber aus Arztpflicht würde ich erst mal sagen, ist das nachvollziehbar und natürlich klug es insbesondere zu sagen wenn der Leistungsbedarf steigt.

00:18:49: Durch eben eine steigende Morvidität durch höhere Fallzahlen was auch immer dass dann eben auch eine gewisse Nachfinanzierungspflicht seitens der Krankenkassen besteht ist dieser Punkt gut umgesetzt und ohne diesen Mechanismus wäre das, glaube ich doch eine große Vogelpackung gewesen.

00:19:08: Also ich habe jetzt vom reinen Mechanismus für die Ärzte nicht von der Logik wie das Ganze zwischen MGV-EGV-Krankenkassen und alles Mögliche verrechnet wird.

00:19:19: Das ist komplexe Mathematik aber aus Arzt Sicht finde ich das nachvollziehbar und logisch und durchaus auch sachgerecht.

00:19:28: Gut, das ist ja immerhin was.

00:19:30: Jetzt ist nochmal die Frage von den Hausärzten also vom Verband kommt ja immer mal wieder dass die Entbudgetierung wichtig war und auch gut war, dass sie umgesetzt wurde aber es doch andere Probleme bei der hausärztlichen Vergütung gibt, die eigentlich noch gelöst werden müssen und vielleicht die gravierenderen Probleme sogar sind als da zum Beispiel während der Quartalsbezug oder der EBM selbst mit seiner, Sie haben es ja eben schon angesprochen.

00:20:03: Also Gesprächsleistungen können ja nur im Prinzip in der Hälfte der Fälle wenn man jetzt richtig abgerechnet werden ohne dass es zu einer Kürzung kommt.

00:20:13: das ist eine Budgetierung die im EBM schon drin ist.

00:20:18: Würden sie den Hausärzten dazustimmen?

00:20:21: Dass die eigentlichen Probleme in der Vergütung gar nicht unbedingt die Budgetierung war, gerade angesichts der doch in vielen KVM relativ komfortablen Situationen der Hausärzte?

00:20:32: Die Situation war sehr heterogen.

00:20:35: So würde ich bezeichnen und ich würde den der Logik durchaus folgen weil Der EBM gilt nach sich vor mit seinen Begrenzungen, mit seinen Limitierungen.

00:20:49: Mit seiner, so nenne ich es immer teilweise prohibitiv niedrigen Vergütung zum Beispiel für bestimmte diagnostische Leistungen und dieser Grundkonstruktion.

00:21:01: Thema ist auf jeden Fall da das Zweite ist und auch da kann ich durchaus den Hauserbsten oder den Verbandsträgern gut folgen Wir haben immer noch einen sehr, sehr starken Arztbezug und wir haben den Quartalsbezug im EBM.

00:21:17: Beides ist eigentlich nicht mehr sachgerecht sondern Sie müssen meines Erachtens Versorgung auf... mehrere Schultern verteilen und deswegen, glaube ich, brauchen wir das was Frau Wagen in der Zwischenzeit ein primär Versorgungsmodell bedeutet.

00:21:34: Und das bezieht eben dann doch eben sehr viel nicht ärztliche Menschen in die Leistungserbringung mit ein.

00:21:42: Und so, glaube ich, müsste der IBM umgebaut werden.

00:21:46: Wir reden noch gar nicht darum, dass sich akademische Seras oder Nepars oder Physicians Assistants... All dies müsste sicher auch langsam aber sicher irgendwo im IBM abbilden.

00:21:58: Da sind wir aber noch weit entfernt und da, würde ich sagen, besteht grundsätzlicher Renovierungsbedarf.

00:22:08: Ja, vor allen Dingen die PA sind ja überhaupt nicht drin.

00:22:11: Die Physischen Assistance, die NEPA ist ja immerhin bei Hausbesuchen zum Beispiel und auch mit einer Pauschale berücksichtigt.

00:22:20: insofern da sind die ersten Schritte getan aber es bleibt noch viel zu tun.

00:22:25: Herr Dr.

00:22:26: Lippen vielen Dank für die Einblicke in die Honorarsituation der Hausärztin und Hausärzte die sie uns da gegeben haben nach Entspüchertierung und über die verbleibenden Probleme Denn für die einzelne Praxis bleibt es trotzdem spannend, wie der erste Honorabischheit ausfallen wird.

00:22:44: Im April-Mai wissen wir alle mehr.

00:22:47: alles Gute für Sie

00:22:48: und

00:22:50: auch wieder vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Ärztetag!

00:22:53: Tschüss.

Über diesen Podcast

ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.

von und mit Ärzte Zeitung

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