ÄrzteTag

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00:00:03: Willkommen beim Ärztetag, dem Podcast der Ärzte-Zeitung.

00:00:09: Mein Name ist Julia Frisch und ich habe mir heute zwei Ärztinnen vor das Mikrofon geholt mit denen ich darüber reden will welche Erfahrungen sie bei dem Schritt in die Niederlassung gemacht haben.

00:00:20: Ein Gast ist heute Annette Luther.

00:00:23: Sie ist Fachärztin für Allgemeinmedizin um seit Oktober zwanzig vierundzwanzig in einer Einzelpraxis im Regensburg niedergelassen.

00:00:30: Sie beschäftigt zwei MFA.

00:00:33: Und mein anderer Gast Es ist Sophie Scherra.

00:00:36: Sie hat sich im Juli zwanzig, vierundzwanzig selbstständig gemacht.

00:00:40: Ihre Einzelpraxis liegt in Bad Kreuznach.

00:00:43: Sie beschäftigt drei MFA!

00:00:46: Ich will von Ihnen wissen – wie haben sie sich auf die Niederlassung vorbereitet?

00:00:51: Welche Sorgen trieben oder treiben sie vielleicht noch um?

00:00:54: Wie lange dauert es bis man ruhig schlafen kann?

00:00:58: Wie geht man mit der neuen Rolle als Arbeitgeberin um und wie viel Arbeit bedeutet eigentlich einer Praxis?

00:01:05: Welche Bedeutung hat für die beiden das Oberarzt gehalten?

00:01:35: anderthalb Jahren der Niederlassung, Frau Scherer?

00:01:39: Also das finde ich nicht, dass man das nur rein von dem finanziellen Aspekt betrachten kann.

00:01:45: Weil einfach ein Oberarzt in der Klinik ja viel weniger als man selbst in der Niederalassung seinen Tag und seinen Arbeitsablauf bestimmen kann.

00:01:57: Man kann auch, denke ich am Anfang einer Selbstständigkeit das sowieso so noch gar nicht ermessen wie sich das finanziell entwickeln wird.

00:02:09: Ja, ich glaube für mich ist es auch noch zu kurzfristig um da eine Resümee zu fassen.

00:02:15: Man sagt mir hat ein Kollege der sich niedergelassen hat ein paar Jahre vor mir gesagt Es gibt Phasen als Sähtmann und es gibt Phhasen da erntet man Und ich bin durchaus in der Phase an der Mansage

00:02:24: und

00:02:25: merk aber jetzt auch so nach einem Jahr das gewisse Sachen Abläufe was man sich so zurechtgedeckt hat dass man das sehr individuell anpassen kann an die eigenen Vorstellungen.

00:02:34: Das heißt inhaltlich medizinisch wie man arbeitet Aber auch von den Rahmenbedingungen Die ersten Jahre, glaube ich darf man den Verdienst noch nicht in die Goldwaage legen.

00:02:42: Weil das wird sich einfach noch einpendeln.

00:02:44: aber da ist für mich einen Oberarztgehalt in der Klinik noch nicht erreichbar.

00:02:48: Wir sind ja auch sie beide aufmerksam geworden weil es ja auf Instagram offen damit umgegangen sind dass Sie sich Sorgen machen mit ihren Praxen vielleicht keine wirtschaftliche Stabilität erreichen zu können.

00:03:00: Das war jetzt vor gut einem Jahr Dass Sie diese Kommentare geschrieben haben, treibt sich die Sorge jetzt immer noch um?

00:03:10: Also vom Prinzip her ja.

00:03:11: Weil wie die Kollegin gerade schon gesagt hat ist das halt wir sind ja jetzt immer ganz neu in der Niederlassung und man ist da erstmal eine ganze Weile mit beschäftigt seine Abläufe zu erschaffen und seine Patienten zu binden.

00:03:26: Man kann eigentlich jetzt nach so einer kurzen Zeit, bei mir sind das jetzt achtzehn Monate nicht sagen ja jetzt ist man hier fertig und könnte seine Bilanz schon quasi als stabil betrachten.

00:03:37: Also ich bin immer noch im Praxisausbau.

00:03:39: auch im Patientenausbau Bin ich schon optimistischer als vor einem Jahr, weil sich meine Zahlen inzwischen verbessert haben natürlich.

00:03:48: Aber ich kann jetzt nicht sagen... Ich wüsste jetzt schon dass das auf jeden Fall gelohnt hat.

00:03:54: Da braucht man glaube ich ein bisschen längeren Atem um das wirklich einzuschätzen.

00:03:58: Wenn ich mich richtig erinnere, war der Kommentar auch auf eine neue Vorgabe wo ich einfach manchmal den Eindruck habe dass die kleinen Einzelpraxen nicht so mitgedacht werden.

00:04:08: Wir haben jetzt viele Veränderungen mitgenommen auch im letzten Jahr Neustrukturpauschale und manchmal fühle ich mich da als kleine Einzelpraxis einfach nicht so gesehen weil viele Vorgaben dann doch eher auf die großen MVZ ausgerichtet sind.

00:04:22: trotzdem versuche ich die Praxis so aufzustellen

00:04:24: das ich

00:04:25: hoffe sie sicher in die Zukunft führen zu können.

00:04:27: Und wenn er trotzdem optimistisch das gelingt.

00:04:30: Wollen Sie uns ein bisschen was von Ihren Bilanzen erzählen?

00:04:33: Frau Scherer, Sie hatten ja schon erwähnt sie sehen jetzt ein bisschen optimistischer in die Zukunft.

00:04:38: Wie war das denn jetzt im wirklichen ersten Jahr und in diesem Jahr im Vergleich?

00:04:43: Geht die Bilanz nach oben?

00:04:45: Ja, auf jeden Fall.

00:04:46: Also das erste Jahr ... Das wusste ich vorher schon, weil ich ja mich vorher damit beschäftigt habe wie es mit der Niederlassung sein wird und weil ich auch mich beraten lassen hat.

00:04:55: Und das erste jahr war natürlich hoch im Minus Weil man einfach dann... Ich hab neu gegründet Man hat extrem viele Investitionen und nicht besonders viele Einnahmen also dass das erste Jahr jetzt rein wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe war Aber das hatte ich eingeplant und das zweite Jahr Das erste halbe Jahr vor allen Dingen.

00:05:15: Und das zweite Jahr, da habe ich jetzt auf jeden Fall kein Minus mehr vor den Zahlen.

00:05:20: Es ist jetzt sicherlich auch nicht so dass man da einen riesen Gewinn einstreichen könnte aber auf jeden fall habe es geschafft in die schwarzen zahlen zu kommen aus den roten und Ich bin jetzt nach meinem Entwicklungsplan da wo ich ungefähr sein wollte.

00:05:35: von daher hat sich das gut entwickelt.

00:05:38: Sie haben ja wenn ich das richtig gesehen habe ihre praxis komplett neu gebaut oder zumindest eingerichtet und fertig

00:05:46: gemacht.

00:05:47: War das eine bewusste Entscheidung von Ihnen?

00:05:49: Oder war es einfach die Tatsache, dass vor Ort nichts anderes zu haben war?

00:05:55: Oder andersrum formuliert wäre es vielleicht ökonomischer gewesen und erleichter gewesen, eine bestehende Praxis zu übernehmen?

00:06:01: Das war so ne Halbheitentscheidung.

00:06:04: also eigentlich hatte ich geplant, wenn ich mich mal niederlasse, dass ich das nicht alleine mache und B dann vielleicht einfach auch irgendwo einsteigen, wie man sich das halt so vielleicht auch vorstellt.

00:06:14: Aber also erstens hat es sich dann kurzfristig ergeben, dass meine Anstellung in der ich war, dass das nicht weitergehen konnte.

00:06:23: Und zweitens hatte ich die Möglichkeit hier in diesem Gebäude, indem mein Praxis jetzt ist, Kurzfristig eben Räumlichkeiten zu finden.

00:06:31: Auch noch mit Kollegen, mit denen ich mich gut verstehe, die unter mir eine Praxis haben.

00:06:36: dann war das so eine Gelegenheit jetzt oder nie.

00:06:39: Ich hatte vorher versucht, oder ich hatte mit älteren Kollegen auch Kontakt gehabt wegen der Thematik Einsteigen übernehmen, habe da aber eher so ein bisschen die Erfahrung gemacht, dass es halt schwierig ist wenn man eine Frau ist, wenn man kleine Kinder hat und wenn man halt andere Vorstellungen hat vielleicht auch also das hat nicht so gepasst von dem was ich mir vorgestellt hab und was man andererseits da so vielleicht gedacht hat.

00:07:03: Dann habe Schwere Zeit gehabt, von etwa drei Wochen wo ich mich entscheiden musste mache das jetzt hier oder mache ich das nicht.

00:07:10: Und dann habe ich gedacht dass ich mir wahrscheinlich nie verzeihe wenn es nicht probiert hab und dann bin ich gesprungen um zehn Meter Brett in der Hoffnung dass ich unten ankomme.

00:07:19: aber genau so hat sich das ergeben.

00:07:22: Danach haben sie sich erst mal beraten lassen?

00:07:24: Oder haben Sie sich vorher schon den Rat eingeholt?

00:07:27: Ich habe mich vorher schon beratenlassen weil ich wusste Perspektiv, ich vielleicht eben in die Selbstständigkeit gehen will und hatte dann da schon ein paar Monate Beratung auch gehabt.

00:07:39: Weil man sich da natürlich jetzt nicht so von heute auf morgen auch finanziell reinstürzen kann und man ja auch hinsichtlich Finanzierung etc gucken muss.

00:07:48: Dann hatte ich also schon ein Paar Sachen gewusst und habe dann die Entscheidung getroffen dass ich das mache.

00:07:58: Auch von zehn Meter Brett runter gesprungen.

00:08:01: oder haben Sie eine Praxis übernommen, die es schon gab?

00:08:05: Sie sind in Regensburg niedergelassen.

00:08:07: Genau!

00:08:08: Am Altstadtrand von Regensborg.

00:08:09: aber gefühlt bin ich genauso vom Zehn-Meter-Brett gesprung auch meine Geschichte ein bisschen anders ist.

00:08:15: Ich habe mir immer so überlegt ob ich mir eine Niederlassung vorstellen kann und hab mich dann angefangen Anfangsvierundzwanzig konkreter damit zu beschäftigen Und wollte mir einfach mal so ein bisschen Praxen anschauen und da rein finden.

00:08:28: Dann gab es relativ unerwartet über eine Kollegin die Info, dass es eine Praxis krankheitsbedingt abzugeben gibt.

00:08:34: Das musste dann alles ganz schnell gehen.

00:08:36: Die habe ich mir angeschaut und das Gefühl gehabt, das ist das Richtige für mich!

00:08:40: bin ich immer noch zufrieden, dass ich es gemacht habe.

00:08:42: Aber dadurch war dann relativ großer Zeitdruck und ich hab die Praxis übernommen aber dadurch das sie ein paar Monate vorher schon immer wieder krankheitsbedingt geschlossen war was betriebswirtschaftlich auch eine neue Gründung.

00:08:55: Es gibt ja nun in der Praxis viele laufende Kosten Personalmiete, IT-Versicherung, Reinigung und und und Das muss ja auch alles während der Urlaubzeit auch noch bezahlt werden.

00:09:06: Und dann gibt es auf der anderen Seite dieses Abschlagssystem, der KV.

00:09:11: Das macht ja wahrscheinlich den Staat in die Selbstständigkeit auch nicht gerade einfach oder?

00:09:17: Nee das ist schon sehr schwierig.

00:09:19: am Anfang also gerade wenn man jetzt neu gründet hat man ja überhaupt gar keine Vorauszahlung oder irgendwas auf die man dann gucken kann.

00:09:28: Also ich habe den ersten Monat voll finanziert begonnen weil es gab nichts Und es war dann so, dass ich halt ungefähr neun Monate lang muss sich jeden Monat eine Testerbrechnung einreichen.

00:09:40: Wo man dann geguckt hat was habe ich so gemacht?

00:09:43: und dementsprechend haben die dann ausgerechnet was ich dann kriege.

00:09:47: das war dann sehr schwankend.

00:09:49: Und nach neun Monaten im zehnten Monat dann haben sie mir eine feste Vorauszahlung zugewiesen.

00:09:54: Wobei ich dann auch gelernt hab eine Vorauszahlung gibt's nicht am Anfang des Monats sondern bei uns gibt diese irgendwo zwischen dem zwanzigsten und zweinzwanzigstes Monats.

00:10:03: Also Vorauszahlung kann man das eigentlich auch nicht so richtig nennen.

00:10:07: Ja, man muss halt sich bewusst machen dass man am Anfang jetzt eher eben nicht da großartig hitlos macht.

00:10:15: also man muss sicherlich die Finanzierung das muss man sich ja auch da einplanen dass man eben erst mal jetzt nicht aus den vollen schöpfen kann und sich natürlich auch bei den Kosten am besten vorher mehrere Angebote einholen und sich das genau angucken.

00:10:31: Und was macht man halt, also wo investiert man und wo sagt man vielleicht okay mache ich gleich perspektivisch ein bisschen später erst.

00:10:38: Herr Lutter haben Sie auch so lange warten müssen auf Ihr erstes sagen wir mal Gehalt von der KV?

00:10:45: Im Endeffekt war bei mir der Ablauf identisch.

00:10:47: allerdings habe Ich am Anfang einfach nochmal geguckt die laufenden Kosten noch mehr zu drücken.

00:10:52: Also ich hab gestartet mit einer Mitarbeiterin hat am Anfang Sprechstunden Sorts alleine gemacht Ich habe ein bisschen was investiert, aber auch da sehr auf die Kosten geachtet.

00:11:01: Das habe ich mit dem Kredit

00:11:02: finanziert.".

00:11:04: Dadurch hat mir diese erste Monat nicht so wehgetan, weil ich da noch extrem niedrige laufende Korbosten hatte.

00:11:09: Und die Kabel dann erst teilweise dazu, weil auch manche Rechnungen verzögert gestellt wurden.

00:11:14: und dann habe ich eben von Anfang an geguckt dass sich die Zahlen hochkriege auch für diese monatliche Fallzahlmeldung und hab da noch viel Notdienste gemacht, weil die Fälle auch dazugezählt haben das ich da eben schnell die laufenden Kosten mit den Abstachszahlungen gedeckt bekomme und es ist mir ab dem zweiten Quartal gelungen.

00:11:32: Ist das denn so?

00:11:33: Einfach die Zahlen hochzukriegen, wie Sie es gerade gesagt haben.

00:11:37: Oder muss man sich da schon sehr anstrengen?

00:11:39: Das allgemeine Bild ist ja... Es gibt eh viel zu wenig Ärzte.

00:11:43: Da wird einem schon die Bude eingerannt werden.

00:11:46: Wenn man eine Praxis irgendwo eröffnet, ist das so!

00:11:49: Ich finde die große Kunst ist, dass es unberechenbar ist.

00:11:52: Man kann natürlich so ein bisschen von Erfahrungswerten aus dem Umfeld schöpfen aber man ist da schon sehr von seiner Mikrolage abhängig.

00:11:59: und ob man zum Beispiel in einem Dorf ist wo man dann die einzige Praxis übernimmt oder der einzige Arzt ist oder ich zum Beispiel bin in der Innenstadt mit Kollegen rundherum.

00:12:09: Da dauert's einfach ein bisschen länger bis man bekannt wird und das sagt einem keiner wie langs dauert.

00:12:13: uns kann auch keiner vorher sagen Ich bin dann einfach so rangegangen, dass ich ganz klein gestartet habe und dann aber relativ schnell noch mehr Personal eingestellt hab.

00:12:21: Ich kenne viele Kolleginnen auf dem Land die schon mit einem größeren Personallstamm starten weil sie einfach mit einem großen Ansturm rechnen.

00:12:28: Aber das weiß man einfach vorher nicht nur es kann einem auch kein Berater hell sehen.

00:12:32: Ich habe auch eine Kalkulation bekommen von den Beratern wie viel Scheine für mein moderates Ziel brauche und da bin ich fast.

00:12:40: Aber es hat viel länger gedauert als ich gedacht hätte.

00:12:42: Wieviel Scheine brauchen Sie?

00:12:43: Verraten Sie uns das?

00:12:45: Eigentlich nicht, aber es ist moderat für einen KVSitz.

00:12:50: Ich habe auf Reddit eine Diskussionsplattform gefunden.

00:12:54: Da hat unter anderem ein Arzt der seit angeblich zwanzig Jahren als Hausarzt in Bayern niedergelassen und ist auf dem Land

00:13:02: geschrieben.

00:13:04: Ja also wenn man sich niederlassen will dann sollte man doch bitte aus Land gehen weil da rennen einem die Leute ja die Bruder ein.

00:13:10: Hatten Sie Frau Lutter überlegt, aus Land zu gehen?

00:13:13: Sie sind ja nun doch in der Stadt, in etwas größeren Stadt Regensburg.

00:13:18: Die auch nicht gerade mehr zu den billigen Pflassern zählt im Bayern.

00:13:22: Wäre es da vielleicht einfacher gewesen, hatten sie sich das überlegt?

00:13:27: Ich habe das vor einem Jahr einmal überlegt und ich hab meinen Peat innerland als Praxis ganz weit vom nächsten Krankenhaus gemacht.

00:13:34: Das hat mir total gut gefallen!

00:13:36: Und dann meine Weiterbildung mit Zeit lang in der Praxis auf dem Land gemacht.

00:13:41: Allerdings habe ich mein Lebensmittelpunkt in Regensburg und will da auch nicht wegziehen, und hab dann einfach gemerkt das es mich zu viel Energie- und Lebenszeitkoste zu pendeln.

00:13:50: So kam die Idee doch was Näheres zu suchen.

00:13:54: Das ist für mich jetzt so nah geworden.

00:13:55: Es ist quasi ein Glücksgriff aber ich hatte keine Lust jeden Tag dreißig Minuten eine Strecke irgendwo hinzufahren.

00:14:02: Haben Sie es da auf dem Land einfacher, Frau Scherer?

00:14:05: Sie sind ja in Bad Kreuznach und Rheinland-Pfalz.

00:14:09: Das ist doch ein bisschen ländlicher als Regensburg.

00:14:12: Ja das stimmt aber also Bad Kreutznach hat auch deutlich mehr als fünfzigtausend Einwohner.

00:14:16: Also ganz glänzlich sind wir nicht.

00:14:19: Aber ich denke man muss immer davon abhängig machen wie die Lebenssituation ist.

00:14:25: Ich habe vorher außerhalb der Stadt gearbeitet in der Anstellung wirklich.

00:14:30: Aber wie die Kollegin jetzt auch gesagt hat, wir wohnen hier.

00:14:34: Ich habe zwei Kinder, die in den Kindergarten und Schule gehen hier.

00:14:38: Und man muss halt irgendwie abbilden, dass man das alles unter einen Hut kriegt.

00:14:43: Das hatte mich an der Anstellung auch wahnsinnig gestresst da immer, um zu fahren über Land.

00:14:50: Und ich war mehr als einmal die letzte Mutter am Kindergaten, die da ankam.

00:14:55: Von daher kann man das auch nur begrenzt wählen wo man sich niederlässt, weil es muss halt mit dem Rest irgendwie passen.

00:15:02: Gerade wenn man auch noch eine Familie hat.

00:15:04: und was den Antrag angeht habe ich hier jetzt auch keine.

00:15:09: also ich hab keinen Marketing gemacht.

00:15:10: Ich habe im Instagram Kanal eröffnet.

00:15:13: Ich habe ein Zeitungsartikel schreiben lassen der dann in der Zeitung war Und das war alles was ich an Marketing gemacht habe und ich wusste von Tag eins an Also es war nie so dass ich nichts zu tun hatte Dass ich irgendwie gesatet habe, dass jemand kommt Und wir sind jetzt im Moment dabei die ganzen Patienten, die letztes Jahr aufgelaufen sind.

00:15:34: Die ich nicht versorgen konnte aus Kapazitätsgründen.

00:15:37: Die sind jetzt gerade.

00:15:38: alle haben jetzt ihre Neuaufnahme-Termine aber ich könnte mich jetzt wenn ich das wollte bis Anfang nächstes Jahr schon zusetzen mit Mitneuaufnahmeterminen.

00:15:48: also Wir haben jeden Tag jede Woche jeden Monat so viele Anfragen dass man Also ich könnte ja auch einziehen und durcharbeiten.

00:15:56: Und wer wahrscheinlich immer noch nicht fertig mit allen, die gerne hier was haben möchten?

00:16:01: Sie sagten beide, sie haben sich beraten lassen vor dem Schritt in die Selbstständigkeit.

00:16:07: Können Sie unseren jungen Kollegen, die vielleicht ähnliches planen bisschen erzählen, was gehört dazu bei einer Beratung?

00:16:15: Was macht man da eigentlich?

00:16:17: Und haben Sie sich manchmal gewünscht BWL studiert zu

00:16:21: haben?

00:16:21: Ja, ich habe mich initial hauptsächlich beraten lassen von der Bank und dem Steuerberater.

00:16:27: Und dann extrem viel einfach mit Kollegen gesprochen die schon ein Schritt weiter sind und erfahrener sind unter das Netzwerk genutzt und auch im Verlauf noch spezielle Fortbildungen und Veranstaltungen dazu gesucht vor allem den Werkzeugkasten Niederlassung was eine ganz tolle Seminarreihe ist.

00:16:46: Ich weiß nicht ob ich quasi mir wünschen würde BBL-Studie zu haben aber Das Verständnis für manche Grundlagen, wie liest man ein BWA?

00:16:56: Das hat man sich dann in kürzester Zeit erklären lassen und da von vornherein.

00:17:00: ein bisschen mehr Know-how wäre schon nützlich gewesen.

00:17:03: Ich habe das Glück dass ich einen studierten GwL bei mir zu Hause habe.

00:17:06: der hat mich manchmal ein bisschen geholfen.

00:17:09: aber ich glaube so grundlegend betriebswirtschaftliches wäre nicht schlecht wenn es schon zu einem vorherigen Zeitpunkt vermittelt worden wäre

00:17:15: im Studium oder spätestens Am Ende der Weiterbildung.

00:17:20: Auch

00:17:20: während der Weiterbildung war mein Fokus schon vor allem auf den Medizinischen, dann habe ich noch so ein paar Abläufe mitgenommen und hinterher gab es Sachen wo ich mir gedacht habe warum habe ich das meine Weiterbilder nie gefragt?

00:17:32: wie läuft die Laborabrechnung und so Sachen die hinter den Kulissen ablaufen?

00:17:36: Und ich hatte auch in der Weiterbildung bis zum Schluss eigentlich überhaupt keine Vorstellung von den laufenden Kosten einer Arztpraxis.

00:17:43: Ich glaube, es geht vielen Angestellten Ärztinnen und Ärzte immer noch so, weil ich kriege auch manchmal Fragen gestellt, wo?

00:17:49: ich denke also die sind so weit weg von meinem Alltag dass man als Angesteller einfach keinen Einblick hat.

00:17:57: Da hätte ich vielleicht mehr fragen sollen.

00:17:59: das mir in diese Richtung auch was vermittelt wird

00:18:01: Ist Ihnen manchmal das Herz in die Hose gerutscht bei der Beratung im Vorfeld?

00:18:07: Dass Sie gedacht haben, vielleicht nehme ich doch von dem Gedanken wieder Abstand mich selbstständig zu machen.

00:18:13: Das ging eigentlich, weil ich das versucht habe nicht so an mich ran zu lassen.

00:18:16: Also ich hab die Zahlen da gesehen und auch wie hoch ich dann wahrscheinlich ins Minus komme

00:18:21: usw.,

00:18:22: aber ich habe versucht, mich davon ein bisschen zu distanzieren emotional dass ich mir gesagt habe, dass sich auf jeden Fall das hinkriegen werde, das dann auch so aufzubauen.

00:18:32: also man darf sich da nichts zu sehr reinsteigern glaube ich.

00:18:36: Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass man da erstmal mit einer schlechteren Phase rechnen muss.

00:18:42: Aber man darf auch jetzt nicht zu sehr da sich reinsteigern.

00:18:46: Oh Gott, oh Gott!

00:18:46: Weil das ist sicherlich dann auch für den Staat wenig hilfreich.

00:18:51: Ich denke mir dass doch bei der Beratung wahrscheinlich auch ein Zeithorizont festgelegt wird, der einem zeigt wann man die roten Zahlen verlassen hat und die schwarzen Zahlen erreichen wird.

00:19:04: welcher Zeithorizont wurde denn dafür angesetzt?

00:19:08: Also das kann man eigentlich so gar nicht sagen, weil natürlich hat man dann... also ich hatte auch ein Businessplan mit meinem Berater da erstellt.

00:19:16: Ich habe mich nicht nur von der Bank beraten lassen sondern ich war am Ende dann mit MLP und hatte einen Niederlassungsberatungsvertrag, den ein paar Monate lief Wissen ist klar gemacht.

00:19:30: Und natürlich hat auch die KV dann, da war ich auch noch mal zu einer Niederlassungsberatung damit zahlen handiert.

00:19:36: aber das kann man so eigentlich nicht sagen weil das sind halt so statistische Erfahrungswerte.

00:19:42: und die Kv zum Beispiel hier bei uns in Rheinland-Pfalz, die rechnet damit dass man pro Kassensitz hier so tausend Kassenschneiden im Quartal macht.

00:19:50: Das war völlig unrealistisch, dass man da irgendwie damit anfängt und dementsprechend haben wir haben wir halt gesagt, es muss über den Fallwert und die Fallzahl gehen.

00:20:02: Dass das kontinuierlich nach oben geht aber ist jetzt nicht so dass man da ganz genau sagen kann dann bin ich da, dann bin Ich da, weil wie die Frau Luther vorhin auch schon gesagt hat Man kann halt nicht ganz genau planen Wie sich die Patientenzahlen entwickeln Und wenn man jetzt ganz neu anfängt Dann hat man halt noch nicht unbedingt das Tempo Man kennt die Menschen nicht.

00:20:24: Man kann jetzt nicht sagen, hier fünf Minuten darf fünf Minuten extra-nexter-nexter, sondern man braucht ja erst mal ... Man muss sie erstmal kennenlernen und dementsprechend dauert das dann auch ein bisschen vielleicht länger als die Statistik gesagt hat.

00:20:38: Können Sie uns erzählen mit wie viele Patienten pro Quartal Sie angefangen haben?

00:20:42: Und wo Sie jetzt stehen?

00:20:44: Also ich habe in meinem ersten Quartall, weil es ist nicht mehr genau, vierhundert zweiundfünfzig Kersenscheine oder so gemacht.

00:20:50: Das war Quartal eins.

00:20:52: Ich bin jetzt inzwischen, da habe ich die siebenhundert überschritten.

00:20:56: nach meinem Businessplan hätte ich die oder nach dem was die KV mir geraten hat so zur Neugrundung Hätte ich die ab Quartaleins reißen sollen die Siebenhunderte.

00:21:04: das habe ich nicht geschafft ja ich hab es aber jetzt kontinuierlich gesteigert.

00:21:09: Ich glaube das Problem was sie da vorhin auch kurz angesprochen hatten wie man sich vielleicht besser vorbereiten kann ist Weiterbildung und auch in der Anstellung.

00:21:20: Ich war dreimal angestellt, ambulant aber man hat einfach keinen Einblick in die Leistung oder in den Umsatz einer Praxis.

00:21:28: bei meiner Erfahrung nach viele Kollegen da.

00:21:32: das nicht möchten, dass man da irgendwie was weiß.

00:21:36: Und auch wenn ich da teilweise mal nach Zahlen oder nach Einblicken gefragt habe – Das ist halt ganz schwierig!

00:21:43: Da kriegt man jetzt nichts hingelegt und dann kriegt es gesagt «da haben wir das» und «da sind wir das»,

00:21:48: d.h.,

00:21:48: man geht….

00:21:49: Das ist schon so finde ich ein bisschen der Blackbox, man geht heran erfährt man ganz viele Dinge, obwohl ich jahrelang in diesem Bereich schon gearbeitet habe.

00:21:58: Erst wenn man selber der ETH-Aber ist und das ist halt dann so ein bisschen auch das Blöde dass man nicht so richtig aus irgendwelchen Erfahrungswerten schöpfen kann weil man die einfach nicht hat.

00:22:08: An welche Dinge denken Sie da?

00:22:11: Die man später erfährt, wenn man dann wirklich selber im Feuer steht?

00:22:15: Ja, das ist eigentlich alles was die Abrechnung angeht.

00:22:18: Weil ich durfte nie in keiner Anstellung habe ich einen Blick in die Ablechnung bekommen.

00:22:22: Das ist natürlich auch immer so ein Thema.

00:22:24: man will nicht unbedingt dass der anstellte Arzt die Zahlen kennt er könnte ja vielleicht auch mehr Geld wollen oder was weiß ich?

00:22:30: Das heißt Ich hatte überhaupt kein Gefühl für eine Scheinzahl gar keinen!

00:22:34: Ich fand immer tausend Scheinen nur Katze und dann soll man ja noch privat machen ist wahnsinnig viel.

00:22:40: Aber ich hatte keine Ahnung, wie realistisch das ist sie jetzt irgendwie zu erreichen.

00:22:45: Ich habe auch bei ganz vielen... also ich weiß nicht was die Kollegen so machen.

00:22:50: Das ist halt Top Secret in der Regel.

00:22:52: Da spricht man nicht drüber.

00:22:54: D.h.,

00:22:55: man kann sich ganz schlecht einschätzen Und dann kriegt man ja, wenn man dann angefangen hat diese Honorabeschalte und irgendwelche Eingruppierungen mit diesem und jenem.

00:23:04: Bei mir war noch das Problem dass in Rheinland-Pfalz schon seit Ewigkeiten keiner mehr neu gegründet hat.

00:23:09: Das hat das ganze so ein bisschen die Bahn alle überfordert.

00:23:13: was sie jetzt mit mir machen weil es gibt keinen der Neugründe Es gab keine.

00:23:18: Sie wussten nicht wie sie mich überhaupt einzutieren sollen.

00:23:21: und Wenn es keine Zahlen gibt über Neugrundung Dann gibt's halt auch eine Vergleichsmasse.

00:23:27: Ja, muss man halt irgendwie gucken was man jetzt da draußen macht.

00:23:31: Lagen Sie im Plan Frau Luther nach Ihrem Businessplan oder Investitionsplan?

00:23:38: Also bei mir war auch der Plan das ein, dass erste Quartal die Ziele sehr niedrig sind und ab dem zweiten Quartall, dass man schon die Zielen erreicht.

00:23:46: Und die habe ich auch bei Weitemicht erreicht wobei ich war in den schwarzen Zahlen also beziehungsweise sich konnte mit den monatlichen Abschlägen der KV meine monatliche Raufendenkosten gut zahlen.

00:23:58: aber da hätte er ist die Frage macht es ändert was?

00:24:01: Es hat ja funktioniert, es ist ja aufgegangen.

00:24:04: Aber der Realistisch hätte man über Linken immer noch mehr Puffer einbaut, wobei ich bin einfach so klein gestartet.

00:24:09: Ich habe auch wirklich im Vergleich zu Kollegen bisschen niedrigere laufende Kosten, weil ich einfach mit wenig Personal arbeite.

00:24:17: Es hätte im Endeffekt nichts geändert.

00:24:18: also das passt schon einfach dass man halt nicht so hohe Erwartungen hat und auch private und so weiter guckt, dass man die Ausgaben vielleicht so ein bissel trosselt und sich da noch so ein bisschen Flexibilität für die erste Zeit vorbehält.

00:24:31: Sie haben sich sicher ein Konzept erstellt, im Vorhinein.

00:24:36: Haben sie im Laufe der letzten Monate daran etwas geändert?

00:24:39: Dass Sie gemerkt haben.

00:24:41: vielleicht sollte ich noch die Leistung dazu nehmen und die Leistungen vielleicht eher weglassen oder weniger stark anbieten.

00:24:48: Es gibt ein Zitat, dass man jeden Tag alles ändert damit es so bleibt wie es ist und so ist das eigentlich bei mir.

00:24:52: Also es ist eine ständige Entwicklung.

00:24:55: ich konnte auch den Privatanteil am Anfang schwer einschätzen.

00:24:58: der variiert auch in der Tat von Quartal zu Quartale Und Ich habe mich für mich dann einfach relativ schnell entschieden.

00:25:04: die hat sich vor die hausärztlich zentrete Versorgung dazu zu nehmen weil sie in Bayern relativ stark ist und Weil Das Für Mich Auch recht gut zum Praxis Konzept passt.

00:25:13: da sind wir einfach gerade auf einem sehr guten Weg.

00:25:16: Es gibt auch der Praxis einfach Stabilität und noch ein bisschen mehr Sicherheit, als wenn man so an den KV-Zahnungen hängt.

00:25:23: Genau also das habe ich dann im Frühjahr, also so im

00:25:26: vierten

00:25:27: Monat glaube ich Niederlassungsmonat entschieden mit meiner Mitarbeiterin, dass wir anfangen die Leute einzuschreiben, einfach nur mal mit der ersten Krankenkasse Und mit den Leistungen habe ich in der Tat immer wieder so ein bisschen... Dass ich mich selbst finde umzuschauen, was ist nachgefragt?

00:25:43: Einfach so was am Rande der allgemeinen Medizin ist.

00:25:46: Aber ich möchte auch nur Sachen anbieten von denen ich überzeugt bin und auch wo ich wirklich dahinterstehe und auch weiße dass sich den Patienten etwas Sinnvolles anbiete.

00:25:54: Wie war denn bei Ihnen der Schritt in die Rolle des Arbeitgebers beziehungsweise der Arbeitgeberin?

00:26:01: das ja auch nicht gerade etwas was man lernt während des Studiums oder der Weiterbildung weil das für Sie ein schwieriger Wandel den sie da vollziehen mussten.

00:26:11: Also für mich war es vor allem spontan und kurzfristig.

00:26:13: Und ich fand schon schwierig, davor ist man so die Angestellte, die auch Erwartungen

00:26:17: an die Chefs

00:26:18: hat.

00:26:19: Und plötzlich ist man selber in der Position irgendwie findet man rein aber... Ich habe mich da auch viel mit Kollegen abgesprochen was üblich ist und wie man Dinge handhabt und dann auch geguckt was den Mitarbeiterinnen wichtig sind um darauf nicht gespürt dazu zu kriegen wie wollen sie ihren Arbeitsplatz haben das immer wieder angesprochen.

00:26:40: Und dann glaube ich, dass mit den Monaten bin ich da reingewachsen.

00:26:43: Aber es ist auch eine ständige Entwicklung.

00:26:46: bei Infrascherer sind das leichter gefallen oder war es ähnlich schwierig?

00:26:51: Also wie Frau Luther schon gesagt hat immer ein Entwicklungsprozess auch.

00:26:56: also man ist damit nicht fertig irgendwie dann Arbeitgeberin zu sein, sondern man muss halt immer wieder Dinge hinterfragen und das beobachten.

00:27:06: Wir machen schon seit der Gründung regelmäßig zur Teamsitzung, dass wir einfach Sachen durchsprechen und da gucken.

00:27:14: Und ich habe auch letztes Jahr angefangen, mit meinen Mitarbeiterinnen Gespräche zu führen unter vier Augen so eine Art Mitarbeitergespräch um da auch noch mal Dinge abzugleichen, zu erfahren oder zu planen wie man sich da weiterentwickeln kann.

00:27:32: Es ist halt nicht so planbar wie ich mir das vorgestellt habe.

00:27:36: also ich hatte mit zwei Mitarbeiterinnen gestartet und die eine zum Ende des ersten Jahres dann auch wieder verloren durch ihre private Umorientierung und einen Wegzug.

00:27:47: Und dann habe ich schon auch festgestellt, dass es eben gar nicht einfach ist diese Tage dann da auch schnell wieder nachzubesetzen.

00:27:54: Das ist auch eine Thematik wo man sich glaube ich vorher wenig Gedanken darüber macht, wo man eigentlich dann wieder Leute herbekommt oder wie man die richtigen Mitarbeiter für seine Ausrichtung findet.

00:28:09: Da habe ich mir vorher nie Gedanken drüber gemacht weil das hat sich nie... Da hatte ich nie Probleme diesbezüglich, dass ich mir das überlegen musste.

00:28:17: Aber ja es ist eine ganz andere Rolle und man muss da auch so ein bisschen dann eine andere Balance finden weil im angestellten Verhältnis ist man mit dem Team natürlich auch mehr auf einer Ebene und wenn man die Chefin ist, dann muss man natürlich auch noch mehr Dinge bedenken oder vertreten wo man vorher sagen kann, mach dir jemand anders.

00:28:39: also da muss man auch reinfinden

00:28:41: Wie lange muss man denn dann aus ihrer Erfahrung heraus damit rechnen, das oder anders gefragt?

00:28:50: Wie lange braucht es wohl bis in Praxis dann ordentlich läuft.

00:28:54: Wenn man das jungen Kollegen vielleicht sagen kann sind es zwei Jahre oder drei Jahre oder kann man das auch nicht über den Daumen gepalt sagen?

00:29:02: Ich glaube, bei mir ist es auch noch zu früh was zu sagen.

00:29:05: Also ich glaub schon dass man so zwei drei Jahre braucht um irgendwie stabil zu sein.

00:29:09: aber bei mir gab's immer wieder so Plastros da hat er sich eingepennt.

00:29:13: also das war dann mal so nach einem Tragvierteljahr dass ich dachte ach jetzt sind die Einnahmen ausgabenstabil.

00:29:18: Jetzt bin ich nochmal so an dem Punkt wo ich so gefühlt habe Die Abläufe haben sich gut eingespielt Man ist als Team so eingespielt und kennt die Patienten besser Und es geht leichter von der Hand Und das ist so eine ständige Entwicklung.

00:29:32: Aber das erste Jahr war schon ein hartes Jahr, aber man lernt daraus und dass was man da gesehen hat wird man auch irgendwann erntenhoffig

00:29:39: bei Ihnen, Frau Scherer, weil es schätzt uns wie lange man ungefähr braucht?

00:29:43: Also ich denke, dass man so mit drei Jahren rechnen kann.

00:29:46: Ich bin jetzt anderthalb Jahre da.

00:29:49: wenn ich so meine Zahlen angucke glaube ich, dass mein Frühstens nach so ja zweieinhalb drei Jahren wahrscheinlich eine gewisse Stabilität erreicht hat Dass man auch sagen kann dass es jetzt mal so die, wovon man auch ausgehen kann.

00:30:03: Weil man vorher einfach noch zu sehr im Aufbau ist und das nicht allgemeinern kann.

00:30:10: Und also muss man sicherlich in den ersten zwei drei Jahren viel mehr investieren als später was das Auszahlen von Gehalt angeht genauso wie halt die Arbeitsstunden, die man außerhalb der Öffnungszeiten hat Und das ist auch ein ganz wichtiger Punkt, den man sich halt bei dieser Frage auch überlegen muss.

00:30:33: Inwieweit man bereit ist wesentlich mehr Zeit in die Arbeit zu stecken als vor vorher in der Anstellung der Fall war?

00:30:41: Weil da ist der große Unterschied selbst und ständig und eben nicht mehr angestellt.

00:30:48: Wie viel Arbeit sticken Sie in Ihrer Praxis?

00:30:51: Ziemlich viel!

00:30:53: Also ich lasse da nicht immer den Teil mal laufen.

00:30:56: aber Mit allem was ich so mache, das ist ja nicht nur jetzt die reine Praxiszärtigkeit.

00:31:02: Dass es schon deutlich mehr als Vollzeit ist.

00:31:06: aber Ich arbeite auch viel von zu Hause aus.

00:31:09: also ich habe hier meine ich mache ungefähr dreißig Sprechstunden in der Woche Mit allem, für monzwanzig muss man anbieten.

00:31:16: Aber man kommt dann doch meistens... Man ist ja nie direkt fertig.

00:31:20: also so plus minus dreißig sind das und ich arbeite dann abends zum Beispiel von zu Hause aus.

00:31:26: Ich habe eine Verbindung in die Praxissen Dann kann ich da meine Tageslisten und meinen Controlling machen.

00:31:32: aber es kommen auch die Sachen für den Steuerberater dazu Es kommen Versicherungen dazu Mitarbeiterthemen Und so weiter und sofort.

00:31:41: Das heißt, man hat eigentlich eben auch andere Sachen zu tun und ich mache manchmal auch Anträge, Attests oder sowas am Wochenende.

00:31:51: aber bevor jetzt alle die Krise kriegen, die zuhören das fühlt sich für mich nicht so an wie vorher die Arbeit weil ich das mache wie mir das passt.

00:31:59: also Ich kann das variieren von wie viel Uhr und wann und was.

00:32:03: Und ich kann das durchaus so auch einplanen, dass ich einfach von meinem Breizeit-Thema her auch noch zurechtkomme.

00:32:12: aber man muss mehr investieren am Anfang als eben in jeglicher Form der Anstellung.

00:32:18: Ich nehme an Frau Lutter bei Ihnen sieht es ähnlich aus?

00:32:22: Ja genau so.

00:32:23: also am Anfang würde ich sagen die ersten vier fünf sechs Monate habe ich eigentlich meine ganze Zeit und Herzblut in die Praxis gesteckt.

00:32:31: Inzwischen versuche ich ein bisschen mehr Termine mit mir selbst zu machen.

00:32:34: Schreibst du ja oft auch im Kalender gerade so Organisatorisches oder, ja sowas mit dem Steuerberater-Abrechnung raus schicken?

00:32:41: Dass ich einen Termin habe und weiß dann mache ich das damit es klar festgelegt ist und genau eingeteilt, damit man nicht so uferlos die ganze Zeit den Gefühl hat, man beschäftigt sich die ganze zeit aber es steht trotzdem irgendwas an, sei es man braucht nen neuen Schreibtisch oder es ist irgendwas kaputt gegangen und man muss das ersetzen.

00:32:59: Man will neues Medizingerät kaufen, informiert sich da.

00:33:02: Es fährt vielleicht sogar irgendwo hin und schaut sich das an.

00:33:05: Das ist alles die Zeit für die Arbeit drauf geht aber ich mache es auch irgendwie gerne weil ich weiß dadurch kann nicht mehr den Alltag so gestalten wie ich's haben will und muss halt nicht das nehmen was mir vorgesetzt

00:33:14: wird.".

00:33:15: Die KBV schreibt auf ihrer Webseite der sieben-siebzig Prozent der neuen niedergelassenen Ärztinnen nach einem Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereuen und ihn wieder machen würden.

00:33:28: Sie beide hören sich jetzt so an, als ob sie zu den seventy-siebzig Prozent gehören.

00:33:33: Stimmt das?

00:33:34: Ja, auf jeden Fall!

00:33:35: Ja also nach einem halben Jahr glaube ich wäre auch noch gestresst da gewesen und weiß nicht ob ich ja gesagt hätte.

00:33:41: aber jetzt auf jeden fall

00:33:42: Das Oberarztgehalt.

00:33:44: ist es in greifbarer Nähe oder wird das auch ein bisschen dauern bis das vielleicht mal bei ihnen aufploppt auf die ganzen Abrechnungen?

00:33:52: Also das Oberarksgehalt war nie mein Ziel, von daher bin ich da entspannt.

00:33:58: Das wird auch wahrscheinlich etwas dauern bis das so wäre.

00:34:01: aber also es ging mir ja auch da nie um das Geld.

00:34:05: Und das muss man auch noch mal sagen, Allgemeinmedizin ist halt kein Fach bei dem jetzt schnell der Geldregen da sich einstellt.

00:34:14: Also wenn ich sage mein Porsche, meine sechzig Tage Urlaub im Jahr und so weiter dann ist die Niederlassung in der allgemeinen Medizin zumindest am Anfang vielleicht nicht so das Richtige.

00:34:28: aber man kann dadurch aus eine Stabilität denke ich erreichen wobei Wie wir schon gesagt haben, dass wir jetzt ja auch noch nicht so weit sind.

00:34:37: Dass wir das definitiv und in Stein gemiselt sagen können.

00:34:42: Also bei mir genauso ist das Uwe als Gehalt im nächsten Zeit nicht

00:34:45: realistisch.

00:34:46: Ich

00:34:47: hoffe wenn es weiter gut läuft mich mehr mit Freizeit und Flexibilität auszahlen zu können.

00:34:54: Meine Kinder sind auch noch sehr klein meine Tochter ist zwei Jahre alt Und dass ich da einfach, das hoffentlich so organisiere.

00:35:01: Dass ich da flexibler bin jetzt am Anfang, was einfach wahnsinnig viel Arbeit und dann das Gehalt erst ein paar Jahren Priorität hat.

00:35:09: Natürlich will man hier nicht arbeiten von Gehalt, was nicht angemessen ist.

00:35:13: aber bei mir ist es auch eher die Flexibilität der Urlaub wie er für mich gut planbar ist gerade wichtiger als das Gehalt.

00:35:21: Selbstständigkeit bedeutet ja auch viel Arbeit, wie Sie eben gesagt haben schon auch außerhalb der Praxis und natürlich auch für Verantwortung für das ganze Unternehmen und für die Mitarbeiter.

00:35:32: Was tun sie denn um sich dann wieder zu erholen von dem ganzen Stress?

00:35:37: Weil das spielt ja sicherlich auch eine große Rolle gerade in den Anfangsmonaten wenn man da noch das Gefühl hat oh es läuft vielleicht gar nicht so wie ich mir das mal gedacht hatte oder wie mein Businessplan ist eigentlich vorsieht.

00:35:50: Also ich versuche das über Sport und über bewusste Freizeit einfach irgendwie zu kompensieren, also dass sich einfach immer mal wieder Phasen habe wo ich dann abschalte.

00:36:02: Wo ich irgendwie Yoga mache oder meine Freundin treffe oder irgendwas mache was definitiv nichts mit der Praxis zu tun hat und wo ich auch nicht über die Praxis reden muss.

00:36:13: Das ist auch generell so, daß ich eigentlich seit der Selbstständigkeit in meiner Freizeiten wenig bis gar nicht über die Arbeit spreche, damit man einfach da einen gewissen Abstand hat.

00:36:24: Und ich arbeite auch abends manchmal länger, versuche aber immer mindestens noch mal eine Stunde bevor ich schlafen gehe zusammen in der ich halt ja nix mache.

00:36:34: also ich nehme jetzt auch nicht meinen Laptop mit ins Bett und gucke dann von daraus weiter und man muss finde ich auch manchmal dann einfach versuchen das abzugeben.

00:36:46: Also man hat auch mal Tage, an denen es alles misst und man denkt das ist alles hier schrott.

00:36:51: Und es ist alles viel zu anstrengend.

00:36:53: aber ich habe dann immer versucht das bewusst abzugeben zu sagen Es wird morgen ein anderer Tag sein und es wird sich irgendwie regeln und ich finde da hilft sehr dabei dass man wieder am nächsten Tag in einer anderen Ausrichtung weiter machen kann.

00:37:12: Ja, bei mir genauso.

00:37:13: Also ich gehe ins Fitnessstudio regelmäßig nach der Arbeit oder manchmal in der Mittagspause, versuche schon am Wochenende mir so frei zu schaufeln wenn gerade keine Vorspülung oder irgendwas anderes ist dass ich da was mit der Familie mache oder mit Freunden und was ich wirklich erst lernen muss das ich mir Urlaub nehme.

00:37:32: weil grade im ersten Jahr wenn es vielleicht noch nicht so optimal läuft habe ich bei jedem Tag den ich zugemacht hab gedacht da könnten wir jetzt noch ein paar neuen Patienten kommen Und das musste ich erst lernen, dass man wirklich sich so ein gewisses Kontingent an Urlaub nimmt.

00:37:46: Dass man da auch abschalten kann.

00:37:48: Vielen Dank für das Gespräch Frau Luther und Frau Scherer!

Über diesen Podcast

ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.

von und mit Ärzte Zeitung

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