ÄrzteTag

ÄrzteTag

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00:00:03:

00:00:05: Willkommen zum Erztetag, dem Podcast der Erze Zeitung.

00:00:08: Mein Name ist Hauke Gerloff und ich bin stellvertretender Chefredakteur.

00:00:12: Und in der Leitung begrüße ich Dr.

00:00:14: Barman Afzali sehr IT-Afiner Hausarzt aus Badburg bei Köln.

00:00:21: Dr.

00:00:21: Afzeli hat sich die eigenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen einmal genauer angeschaut Ja sagen wir mal überrascht von einigen Erkenntnissen, die er dabei gewonnen hat.

00:00:33: Das passt auch in die gegenwärtige politische Lage ganz gut rein und darüber wollen wir heute im Ärzte-Tag-Podcast sprechen.

00:00:42: Hallo Herr Dr.

00:00:43: Afzali!

00:00:44: Hallo Herr Gerlof!

00:00:47: Ja Herr Dr.. Afzaly einige Meldungen haben in den vergangenen Wochen Ärzteschaft ein bisschen aufgeschreckt.

00:00:54: Ende März meldete das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, dass im Jahr zwanzig dreiundzwanzig Jahresüberschüsse sehr deutlich also von Praxen sehr deutlich, also um dreizehn Komma drei Prozent zurückgegangen seien.

00:01:09: Die schere Kostensteigerungen Auf der einen Seite und Umsatzwachstum oder sogar Umsatzrückgang auf der anderen Seite klafften offenbar immer weiter auseinander.

00:01:19: Das ist er.

00:01:21: Bevor Sie jetzt antworten, es gibt noch einen zweiten Befund.

00:01:25: Und zwar seit dem bekannt werden der Pläne zum Beitragssatz Stabilitätsgesetz habe ich bei LinkedIn einige besorgte Meldungen gelesen, die besagten, dass es langsam schwer werde von einer Kassenpraxis tatsächlich zu leben.

00:01:40: Sogar von Hausärzinnen und Hausärzen, die ja eigentlich angeblich gar nicht so getroffen werden außer über die AZV-Mengenbegrenzung.

00:01:52: Gleichzeitig – das eine wir haben auch in der Achzehzeitung über einen Arzt berichtet, der jetzt ganz offiziell seine Praxis zum Verkauf gestellt hat nachdem dieses Gesetz eben rausgekommen ist.

00:02:03: Gleichzeitig klagen die Krankenkassen aber öffentlich darüber, dass die Umsatzsteigerungen durch die Erhöhung des Orientierungswertes im EBM in den vergangenen Jahren viel zu stark ausgefallen seien.

00:02:16: Da habe ich mir ein bisschen verwundert, die Augen gerieben.

00:02:19: ehrlich gesagt Sie haben in Ihrer Praxis jetzt genauer hingesehen.

00:02:23: wie ernst ist die Lage jedenfalls bei Ihnen?

00:02:28: Ich hab mich als Arzt ja Nicht aus Spaß mit dem Thema Wirtschaftlichkeit beschäftigt muss ich ehrlich sagen auch relativ spät.

00:02:38: Wir haben mit der Praxis hier zwanzigzehn, zwanziger gestartet und die ersten Jahre waren total holprig.

00:02:44: Und das dass wir uns mit dem thema Beschäftigen beschäftigt haben war wirklich außer Not.

00:02:51: Weil meine Generationen wurde gesagt, wenn du dich in die Niederlassung begibst das ist ein Selbstläufer.

00:02:57: Kein Arzt geht insolvent.

00:02:58: Das fangen einfach an, die Patienten kommen von alleine und du wirst gutes Geld verdienen.

00:03:03: Die Realität war dass ich zwischenzeitlich dann hunderttausend Euro aus meinem eigenen Privat vermögen Dann jedes Jahr in diese Praxis gesteckt habe.

00:03:13: Okay

00:03:14: Und da reden wir dann quasi, wenn wir über Wirtschaftlichkeit in der Haushaltspraxis reden ja nicht mehr über Gewinnmaximierung oder ich will ein schönes Leben damit haben.

00:03:21: Sondern wir reden darüber ob eine Praxisse mit diesen steigenden Anforderungen der letzten Jahre vor allem auch den Personalkosten überhaupt noch handlungsfähig ist?

00:03:30: Ob das nur noch ein Hobby ist oder ob das auch ein persönliches Risiko ist und das ist vielen Ärzten in den letzten Jahrzehnten bewusst gewesen musste es auch nicht.

00:03:41: aber heutzutage drängt sich halt der Eindruck auf, dass wir uns wirklich mit der Wirtschaftlichkeit beschäftigen müssen.

00:03:48: Also ich hatte auch eigentlich immer gehört so in den vergangenen Jahren aus Hausarztkreisen das Inhaberinnen und Inhabern wenn sie halbwegs gut organisiert sind meist ein ziemlich gutes Auskommen haben.

00:04:01: Sie können es nicht bestätigen als jung niedergelassener Arzt?

00:04:04: Nee also ich würde sagen für mich ist es halt so.

00:04:08: sicherlich die bessere Wahl getroffen hätte, wenn ich mich am Anfang der Niederlassung dafür entschieden hätte eine Oberarzt-Anstellung im Krankenhaus zu verfolgen.

00:04:19: Das wäre sicherlich lukrativer gewesen und auch finanziell sicherer.

00:04:26: Man muss ja sagen, man nimmt einen Kredit auf mit der Praxis.

00:04:29: Diesen Kredit muss man über eine lange Zeit zurück bezahlen.

00:04:34: Man bindet sich an einem Ort und man übernimmt ein größeres finanzielles Risiko im schlimmsten Fall.

00:04:40: Schießt man dann eigenes Geld noch mal dazu?

00:04:42: Das hat auch nichts erwirtschaftet, muss man sagen.

00:04:45: Das hätte in einem ETF bestimmt schöner Platz gefunden.

00:04:51: Und so gesehen ist es am Ende des Tages bleibt ein gutes Arztgehalt übrig, aber es bleibt nicht das Gehalten übrig dass man als Inhaber einer Praxis bräuchte um die Verantwortung für die Praxis zu tragen.

00:05:05: Das muss man sagen das sind ja diese zweihunderttausend plus gewesen Die erwirtschaften Praxen heutzutage nur noch sehr selten.

00:05:13: das sind sicherlich Praxien die in bestimmten privaten Nischenheit unterwegs sind.

00:05:17: Aber so übliche Landarztpraxen wie jetzt meine haben ist da deutlich schwerer trotz

00:05:22: vieler Patienten.

00:05:22: tatsächlich

00:05:24: Genau, weil es ist im Prinzip so, dass die mehr Patienten wir versorgen, desto komplexer wird die Versorgung auch.

00:05:30: Wir versorgn dann auch zunehmend Patienten, die immer schlechter selber aufgestellt sind, wo wir viel Anleistungen erbringen müssen, die das Sozialsystem nicht mehr abgedeckt sind.

00:05:41: und das bedeutet auch, dass unser Team dann Dinge hinterherlaufen muss, die im Krankenhaus nicht mehr stattfinden, weil eine implizinte Ambulantisierung schon stattgefunden hat.

00:05:52: Und das bedeutet, dass wir ja fünf, sechs, zehn, zwölf Patientenkontakte zum Teil haben und da kommt man jetzt zu einer Pauschale von vierzig Euro.

00:05:59: dann nicht mehr so richtig mit hin.

00:06:02: Es gibt halt nicht mehr Vergütung für die zunehmenden Aufgaben, die wir in der Zwischenzeit auch machen müssen.

00:06:08: Gut!

00:06:08: Dann schauen wir mal ein bisschen genauer hin.

00:06:10: Sie müssen sich jetzt nicht nackig ausziehen keine Angst und alle Zahlen bis ins Detail nennen.

00:06:18: Aber ein bisschen ins Detail möchten wir schon gucken, damit die Kolleginnen und Kollegen, die das hören auch ein bisschen was davon haben vielleicht wissen wo sie genau hingucken müssen.

00:06:32: Vielleicht zuerst die Frage wie sind Sie denn vorgegangen um die Zahlen genau zu analysieren?

00:06:39: Was ich ganz viele Jahre lang gemacht habe ist, ich hab im Prinzip immer darauf gewartet dass mein Steuerberater mir meine BBA schickt.

00:06:47: Das ist die betriebswirtschaftliche Auswertung und die Grundlage für das Unternehmen auch schon handeln und die kamen im Prinzip zu spät also ein zwei Quartale zu späht.

00:06:58: und dann habe ich im Prinzip gesehen ja dass es kein profitables Ergebnis ist und dass meine Personalkostenquote Manchmal bei achtzig, neunzig Prozent lag und ich konnte mir das gar nicht genau erklären.

00:07:10: Das ist natürlich absurd weil uns hat man quasi gesagt eine gute Personalkostenquote liegt bei fünfundzwanzig bis fünfunddreißig Prozent.

00:07:19: Ja und das hat dann zum Teil was damit zu tun, dass man natürlich kein Überblick darüber hat wie die einzelne Finanzflüsse sind.

00:07:27: Also welches Geld müsste ich erwarten?

00:07:29: aus welcher Quelle also aus der GOE?

00:07:32: Aus der HZV oder aus dem KV-Bereich?

00:07:35: Und wann kommen diese Geldflüße?

00:07:38: mit welcher Verzögerung?

00:07:39: und werden sie auch von meinem Steuerberater zb auch Quartals gerecht gebucht?

00:07:45: und Das würde dann zum Beispiel bei mir dazu dass ich mich konnte nicht rechtzeitig anfangen am Anfang, da viel dann quasi anderthalb Monate aus und dann fehlen auch plötzlich hunderttausend Euro.

00:07:57: Und man weiß nicht ob man die nächsten Quartale denn wieder rentabel ist oder nicht?

00:08:05: Man muss es zwischen finanzieren.

00:08:07: Die großen Fehler, denen ich schon gemacht habe war das ich im Prinzip auf meinen Steuerberater und auf meine Bank gehört hab die mir dann gesagt haben, ja das wird schon.

00:08:16: Also man bewegt sich in so einer quasi Wellenform mal um den Dispo herum und das ist alles nicht zu schlimm.

00:08:23: aber wenn das ein sehr großer Dispo ist, dann bezahlt man von den Zinsen regelmäßig quasi schon wieder einen Arzt also so einen angestellten Gehalt und das war dann zum Teil halt sehr viel und dementsprechend... also ich habe mittlerweile bewege mich da wo halt auch andere Praxen sind.

00:08:41: Ich würde sagen ein großartiger Prax Der kleineren Haushaltspraxen hat einen Umsatz im Jahr von zwischen fünfhunderttausend und eins, fünf Millionen Euro.

00:08:50: Ich würde mal sagen ich bin genau in diesem Schnitt halt drin.

00:08:54: das was mir aber nicht bewusst war und womit ich mich auch früher nie beschäftigt habe ist da wenn ich mir das Gehalt als für meine ärztliche Leistung ich arbeite ja hier als Arzt so wie meine Kollegen hier auch Wenn ich mir es ausgezahlt habe Wie viel bleibt denn am Ende dann noch übrig?

00:09:08: Wieviel Marge ist da dass ich hab jetzt sage ich meine Million Euro bewegt?

00:09:13: Wie viel bleibt da als Marge übrig, dass sich das genügend Lohnheit da als Unternehmer tätig zu sein?

00:09:18: Dass ich auch vielleicht reinvestieren kann.

00:09:19: Dass ich auf Risiken, Regresse Dinge halt reagieren kann.

00:09:24: genau und die frühere Annahme war so haben halt auch die Generation vor mir gearbeitet.

00:09:31: Da bleibt ganz gut was übrig.

00:09:32: ja, twenty-fünf Prozent damit kann man fest ausgehen.

00:09:37: aber davon muss man ehrlicherweise sagen, können wir uns mittlerweile total verabschieden.

00:09:41: Also die Margen sind heutzutage in einer sehr guten Haushaltspraxis sicherlich bei so ungefähr fünfzehn Prozent.

00:09:49: Es gibt natürlich immer Nischen Praxen, die vielleicht bestimmte Sonderleistung erbringen und damit halt besser nochmal durchgehen.

00:09:58: aber tatsächlich liegt die Marge bei so einer durchschnittlichen Haushaltspraxis wenn sie sehr gut ist bei fünfzehnt Prozent.

00:10:05: und das ist natürlich enorm wenig weil man einfach enorm viel Patienten bewegt, enorm hohe Regresskosten haben könnte, Personalkosten vor sich her schiebt und damit eigentlich nicht mehr in der Lage ist auf zu reinvestieren oder auch das persönliche Risiko abzufedern.

00:10:21: Gut wenn ich fünfzehn Prozent auf eine Million sehe und dazu noch das Arzt gehalten dann ist es doch eigentlich gar nicht so schlecht oder?

00:10:30: Genau.

00:10:30: Aber das würde halt bedeuten, dass sich im Prinzip ja alles was ich dann noch erwirtschafte, also was als Marge da übrig bleibt muss dann ausreichen für Reinvestitionen.

00:10:41: Das bedeutet also wenn ich ein neues Ultraschallgerät brauche, dann ist die auch wieder... Also das muss ich quasi von dieser Marge bezahlen.

00:10:50: oder wenn zum Beispiel ich einen neuen Arzt einstellen will, wenn ich möchte, dass meine Praxis noch mehr Patienten versorgt und aktuell so kaum zu händeln und man muss einfach sagen, dass die Dinger auch einfach teurer werden.

00:11:03: also wir bezahlen im Prinzip mittlerweile immer mehr an Dienstleister.

00:11:09: Wir müssen die KBVIT Sicherheitsrichtlinie umsetzen, wir müssen Hygienevorschriften umsetzten Wir brauchen die Anwälte, die sich um unsere Zulassungen kümmern oder um unsere Arbeitsverträge und das frisst dann im Prinzip diese Marge relativ schnell auf.

00:11:27: Ich meine, wenn man in so einer ganz kleinen Barzpraxis ist wo sich nichts verändert also ich würde sagen der Street-Spot liegt im Prinzip da bei so einer Praxis die knapp unter tausend Scheinen hat und man ist da ganz alleine mit seinen zwei MFAs super!

00:11:39: Da wird auch nicht viel passieren sag' ich mal.

00:11:42: Da kommt man am Ende dann raus Mit einer ganz feinen kleinen Marge, aber man muss auch keinen größeren Risiken befürchten.

00:11:49: Wenn man aber jetzt ein Laden führt wo man zwei bis drei tausend Patienten im Quartal hat der kann auch mal was schief gehen und dann kann man das aber im Prinzip nur noch von dieser kleinen Margel bezahlen und da bleibt halt gar keine Marge mehr übrig.

00:12:02: Dann nochmal die Frage, was haben Sie gemacht um eben diese Zahlen so genau zu bekommen?

00:12:09: Wie sind sie da vorgegangen.

00:12:10: Also sie sind ja noch nicht so lange niedergelassen.

00:12:13: also sie können sich jetzt nicht selber vergleichen über zwanzig Jahre und was hat sich jetzt geändert und dann daran vielleicht eine Optimierungsstrategie festlegen sondern sie sind da anders vorgegang.

00:12:25: Was haben Sie

00:12:28: Vor allem in den ganz, ganz schlimmen Zeiten angefangen?

00:12:30: alle Transaktionen runterzuladen.

00:12:32: Also vor allem alle Umsätze runter zu laden von der Bank mir dann eine ganz groß Axel-Tabelle zusammenzustellen und die auch gegenüberzustellen mit den Leistungen, die wir in der Praxis erbringen.

00:12:45: Und dann sind mir auch Lücken aufgefallen zum Beispiel beim Wechsel eines Arzes.

00:12:48: bei uns.

00:12:49: in der praxis kam dann bestimmte zahlungen nicht mehr aus der hartzeit v oder mussten wir im prinzip da etwas wieder korrigieren und dann kam die zahlung auch wieder.

00:12:59: das war total ein riesiges problem für mich dass ich überall mir die verschiedenen daten zusammensuchen musste.

00:13:06: mittlerweile gibt es halt einen tool also ich zum beispiel benutze medipulse dafür Meine ganzen Kontobewegungen automatisiert über eine KI auswerten lasse und dann sehe ich direkt, wie hoch sind meine Personalkosten aktuell also bezogen auch die aktuellen Einnahmen.

00:13:22: Wie hoch sind zum Beispiel Dinge wie Praxisbedarf?

00:13:25: Also das habe ich erst im Nachhinein erfahren aber so der Praxis bedarfskosten in den ersten zwei Jahren und das hat sich erst dann verbessert als dass jetzt jemand anderes bei uns in der Praxis gemacht hat den Blick auf seine eigenen Zahlen zu haben, auch in der Feinheit die bei uns im Alltag wichtig ist.

00:13:45: Das war am Anfang noch nicht so gegeben.

00:13:47: da hat mir jetzt ein digitales Tool geholfen.

00:13:51: Also Sie sind mit welcher Erwartungshaltung sind sie herangegangen?

00:13:54: Sie haben gemerkt oh das läuft nicht so gut wie ich das erwartet habe.

00:13:58: Ich meine da kann ich mich auch erinnern als ich als Sohn eines Zahnarztes, der erzählte dann manchmal wie hoch er gerade mal wieder im Dispo minus war.

00:14:07: Da wurde mir ganz blümarant zum Ote im Vergleich zu meinem Taschengeld.

00:14:13: Aber am Ende war das dann so eine Wellenbewegung, wie Sie es eben beschrieben haben aber sie gingen aufwärts.

00:14:18: also am ende war das ausgeglichen.

00:14:22: und ja wie war da die Erwartungshaltung mit der Sie daran gegangen sind?

00:14:26: Genau als es war am Anfang tatsächlich so also diese Wellen bewegungen relativ wild waren kam von der Bank der Vorschlag Das läuft noch nicht so gut, wie Sie es vorgestellt haben.

00:14:37: Aber wir würden Ihnen vorschlagen vielleicht nur mit einem Privatkredit, also für einen privater Lehn von mir selber da rein zu gehen und nochmal ein bisschen selber Geld nachzuschießen habe ich gemacht.

00:14:48: Und die Welle hat sich aber irgendwie nicht nach oben bewegt.

00:14:52: Ich hatte halt keine Möglichkeiten das irgendwie grafisch zu sehen oder irgendwie damit genommen zu werden.

00:14:58: Und das heißt, ich musste eigentlich in die Fehleranalyse gehen.

00:15:03: An welchen Umsatzzahlen liegt es, an welchen Kosten liegt das?

00:15:09: Am Ende war es eine Kombination aus vielen Dingen.

00:15:11: Also der Umsatz stimmte an einigen Stellen nicht und auch die Personalkosten stimmt nicht.

00:15:16: aber auch einzelne Kostenfaktoren stimmt nicht Und die Finanzierungskosten waren auch enorm riesig aufgrund dieser Wellenbewegung, die sich die ganze Zeit im Dispo bewegt hat.

00:15:26: also man muss einfach sagen Wir haben im Prinzip die harten aktuellen Zahlen gefehlt, um dann auch was ändern zu können.

00:15:35: Um Entscheidungen treffen zu können lasse ich einen Mitarbeiter zum Beispiel gehen weil ich mit denen nicht leisten kann.

00:15:41: muss sich im Prinzip vielleicht eine Nachfinanzierung machen und bin ich jetzt in meinem Personal im Ziel oder habe ich zu wenig Personal auf der MFA Seite zum Beispiel?

00:15:53: Da bin ich halt super lange im Blindflug gewesen und mit dem BWA's habe ich quasi immer nur in den Rückspiegel geguckt.

00:15:58: Und gedacht war nicht so gut, aber das ist im Prinzip nicht die Art und Weise wie man eigentlich arbeiten sollte.

00:16:04: Man sollte im Prinzip eine Finanzplanung machen und dann quasi fortlaufend kontrollieren ob diese Finanzplanungen mit den tatsächlichen Werten übereinstimmt.

00:16:13: Wenn nicht muss man nachkorrigieren.

00:16:16: Das machen Sie jetzt auch!

00:16:18: Ganz genau, also ich habe jetzt zum Beispiel einen neuen Arzt eingestellt.

00:16:21: Das ist wieder ein riesiger Batzen an Kosten der bei mir in der Praxis entsteht und ich hab das dann quasi bei mir immer im Tool als Kosten halt abgebildet und das würde sich nicht rentieren.

00:16:34: wenn jetzt im Prinzip nicht die Umsätze einigermaßen damit mitsteigen und da müssen wir auch nochmal über das Thema reden warum stelle ich heutzutage überhaupt noch einen Arzt an?

00:16:43: Und jetzt muss ich gucken, entwickeln sich die Zahlen so wie es ist.

00:16:46: Wenn nicht, muss ich natürlich dann auch frühzeitig Entscheidungen treffen und auch handeln.

00:16:51: entweder schaffe ich's die Umsätze dann im Prinzip tatsächlich zu wenden oder ich muss tatsächlich bei den Personalkosten noch mal einsparen.

00:17:00: Das ist ein interessantes Thema.

00:17:02: Ich habe bei LinkedIn einen Beitrag gesehen von einer Kollegin, die gesagt hat, ich stelle meine Kollegen an, nicht um an der Arbeit der Angestellten mitzuverdienen sondern ich stelle die an, um wieder ein bisschen Freizeit zu bekommen.

00:17:17: Und das ist natürlich auch absurd!

00:17:20: Also ich frag mich welcher Unternehmer mit irgendwem Fragen würde Leute einstellen damit er ein bisschen weniger arbeiten kann aber bezahlt es im Prinzip aus einer eigenen Tasche.

00:17:31: also verdient im Prinzip am Umsatz seiner Angestellten keinen

00:17:35: Geld,

00:17:36: da bleibt nichts übrig.

00:17:37: Und das ist auch so eine Tatsache die ich und auch meine Kollegen immer häufiger in unseren Datenanalysen halt sehen.

00:17:45: also es anstellen von Kollegen können wir uns eigentlich mittlerweile nur noch selten leisten.

00:17:50: Ist das tatsächlich so?

00:17:51: Also die Erwirtschaften nicht so viel Die müssen sich ja eigentlich um weniger Bürokratie kümmern.

00:17:56: dann haben sie ein bisschen mehr Zeit für Patienten und am Patienten erwirtschaftet man ja eigentlich die Umsätze.

00:18:05: Da sind ja ganze MVZ-Ketten daraus entstanden aus diesem Gedanke.

00:18:08: Ich erinnere mich an dieses MVZ Kielstein in Jena, was dann immer größer und größer wurde mit vielen Filialen und nachher dreihundert Ärzten.

00:18:17: Und der hat das so erzählt – ich hab mal mit dem auf den Podcast gemacht.

00:18:21: Also das funktioniert nicht mehr tatsächlich!

00:18:24: Genau, also es funktioniert nicht so gut wie sich das im Prinzip auch die Investoren vorgestellt haben.

00:18:28: Ich hatte letztens in einem Newsletter von hier Capital, die haben ja zum Beispiel AV Medical investiert und haben darüber geredet dass den quasi ja die rosa-rote Brille jetzt quasi abgenommen worden ist und dass diese Margen das man quasi mit Investitionen in den Gesundheitssektor durch investorengeführte MvZ gar nicht so viel Geld verdient.

00:18:54: Es ist gar kein Selbstläufer, dass wenn ich immer mehr Praxen habe, immer mehr Angestellt habe an jedem angestellten Sucht verdiene als das Praxis ein gutes Investment ist und das ist auch das was wir feststellen.

00:19:05: Wir stellen fest, wenn wir mehr Ärzte einstellen dann treiben wir halt manchmal die Qualität hoch.

00:19:10: Das ist super weil wir dann auch besser schlafen können und auch die Patienten zufriedener sind.

00:19:15: Manchmal ist es aber auch so, dass Dinge einfach ineffizienter werden dass dann im Prinzip Dinge gemacht werden, die gar nicht notwendig sind.

00:19:21: Patienten werden noch häufiger einbestellt.

00:19:24: also das heißt der Kalender ist trotzdem voll.

00:19:26: ich habe jetzt einen Arzt mehrer aber es wird halt nicht mehr von dem gemacht was einerseits von der Krankenkasse gefordert und auch vergütet wird und auf der anderen Seite unsere Praxis auch rentabel macht, sodass ich es mir überhaupt leisten kann ja auch weiter zu wachsen.

00:19:43: Und darauf muss man auch total achten.

00:19:45: das ist etwas womit ich mich eigentlich als Inhaber niemals beschäftigen wollte.

00:19:50: aber die Realität ist wenn ich Geschäftsführer von einer Praxis bin dann muss ich mich damit beschäftigen dass ich schauen muss dass ein Arzt sich am Ende nicht nur selbst finanziert sondern auch noch eine gewisse Marge erzeugt, die dann seine Anstellung dann halt auch wieder rechtfertigen.

00:20:08: Ansonsten ist das wirklich tatsächlich nur der Luxus den ich mir leiste damit ich im Prinzip auch mal wieder durchatmen kann oder es mir leisten kann als Arztinhaber hier ein Unternehmen zu führen.

00:20:22: Dann gucken wir nochmal bisschen genauer hin nach welchen Zahlen haben Sie denn genau geschaut und wie aufwendig ist es so ne eigene betriebswirtschaftliche Analyse zu machen, die eben nicht nur Rückspiegel ist.

00:20:35: Also insgesamt ist es halt total aufwendig.

00:20:38: das erste was man sich definitiv angucken muss ist im Prinzip vor allem die Liquidität und die Liquiditätsreichweite.

00:20:46: Also ich, wenn ich jetzt vielleicht ein junger niedergelassener Zuhörter oder jemand der sich bald niederlassen will würde ich dazu raten.

00:20:54: Es muss im Prinzip eine gewisse Liquiditätsreichweite reichen so dass man zwei bis drei Monats Fixkosten als Reserve hat mit denen man im Prinzip umgehen kann.

00:21:04: sonst fällt man relativ schnell ins Dispo und man weiß nicht was von heute auf morgen sich im System verändern kann.

00:21:10: und es verändert sich aktuell immer wieder viel sodass es dann irgendwie nicht reichen kann.

00:21:15: Es könnte zum Beispiel irgendeine Art von Auswahl sein, eine eigene Erkrankung eines Angestellten oder dass mehrere MFAS z.B.

00:21:23: halt ausfallen.

00:21:24: und da ist es total wichtig, dass man eine gewisse Liquiditätsreichheit hat und dafür muss man wissen was die Burn Rate ist.

00:21:30: also was sind die fixen laufenden Kosten, die so über die Praxis gehen?

00:21:35: Und zwei bis drei Monats Fix kosten würde ich raten sollte man als Liquiditätersreich weiter erstmal anlegen wenn man jetzt quasi dann ins Dispo rutscht und eine kurzfristige Fremdfinanzierung braucht.

00:21:48: Dann denke ich, das ist mal sinnvoll drüber nachzudenken.

00:21:52: gibt es denn überhaupt ein Gewinn in der Praxis?

00:21:57: Und auch mal darüber nachzudenken wird denn der Praxisbetrieb regelmäßig über das Dispo oder Kunstfessive Kontokurrentlinien finanziert oder stabilisiert?

00:22:06: und wenn das der Fall ist dann muss das nicht unbedingt jetzt eine Katastrophe sein, aber es ist definitiv für mich oder aus meiner persönlichen Erfahrung ein Wahnsignal.

00:22:14: Das heißt ich bin nicht in der Lage meine Fixposten im Prinzip so zu halten sodass ich im Prinzip mich nicht in das Dispo bewege.

00:22:22: Es kann natürlich immer einzelne Sondersituationen geben, aber für mich wäre es definitiv ein Wahnsinnal.

00:22:28: Ein anderer sehr wichtiger Punkt ist einfach die Praxismarge.

00:22:33: Kurz zurückgeguckt was die Definition dafür ist also Die Einnahmen, alles Mögliche was aus dem Privaten.

00:22:40: Aus der KV vielleicht aus den Sektivverträgen wie HZV und so weiter kommt minus der laufenden Kosten dann auch vor dem Unternehmerlohn den Finanzierungskosten steuern und den Sonderteam, die man vielleicht noch in der Praxis hat.

00:22:54: Da muss im Prinzip am Ende was übrig bleiben.

00:22:57: Und das bedeutet halt auch dass ich eigentlich das, was sich mir selber auszahle als Arzt.

00:23:01: Ich bin zum Beispiel fünfzehnzehnte Stunden in der Arztpraxis tätig.

00:23:04: Den muss ich rechnen.

00:23:06: Das ist erst mal nicht mein Unternehmerlohn sondern es ist mein Arztgehalt.

00:23:09: Ja!

00:23:10: Ich würde sagen die meisten zahlen sich das in Form einer Privatentnahme aus.

00:23:14: Und dann muss ich gucken bleibt denn davon abgesehen?

00:23:16: Noch irgendwie Unternehmelohn Geld für die Finanzierung, für die Steuern, für Sonderthemen oder Investitionen übrig.

00:23:24: Und das in dieser Praxismarche immer im Blick zu behalten ist total wichtig.

00:23:29: und das andere – und das hatten Sie auch gerade schon angesprochen – der Umsatz pro Arztstunde sich mal wirklich zu vergegenwärtigen was machen hier meine Ärzte eigentlich?

00:23:38: Verdienen sie wirklich tatsächlich Geld mit dem was sie da eigentlich tun?

00:23:43: und dass es bei uns Hausärzten zum Beispiel halt alle extra-budgetieren Leistungen.

00:23:47: Dazu gehört im Prinzip die Checkups zu machen, die Patienten vernünftig in der Früherkennung zu versorgen.

00:23:54: Die Patienten anständig im DMP zu versorgten und auch nicht immer wieder für jede Kleinigkeit einzugestellen.

00:24:04: Und Dinge auch nicht zu tun.

00:24:07: Also einem Patient nicht

00:24:10: aus ...

00:24:11: Wer hat das ein Kollege gesagt?

00:24:13: Gut gemeint im Wohl wollen dann irgendwie noch eine Blutinnahme anzubieten, also quasi noch mehr Arbeit für die Praxis anzubeten.

00:24:19: Wenn man nicht in der Lage ist dem Patienten zu kommunizieren dass das eigentlich medizinisch nicht notwendig ist.

00:24:26: Also auch diese Dinge quasi einmal abzubilden den Umsatz und auch die Kosten jeder Art Stunde gegen Zeugnern ist total wichtig um zu beurteilen ob so ein Leistungserbringer überhaupt medizinische oder wirtschaftlich tragfähig ist.

00:24:44: Und wenn man dann von einem einzelnen Arzt weggeht, der letzte Punkt wäre sicher die Personalkostenquote insgesamt und da komme ich quasi aus mit diesen vergangenen Werten von twenty fünf bis thirty Prozent der Gesamterlöser dürfen dann die Personalkostenquote sein.

00:25:02: Das ist aber mittlerweile und vor allem auch, das zeigt doch die ZI-Studie gar nicht mehr realistisch.

00:25:09: Die Personalkosten sind die Kosten, die am stärksten gestiegen sind.

00:25:12: Danach kommen die restlichen Kosten des Outsourcings und das hat dann dazu geführt dass die Personalkostenquote aktuell bei einer sehr gut laufenden durchschnittlichen Hausarztpraxis bei etwa forty fünf Prozent liegen.

00:25:24: Allein die Personalkosten?

00:25:26: Früher war es so, dass man ungefähr fünfzig Prozent Gesamtkostenquote hatte.

00:25:30: Wie hoch ist die Gesamt-Kostenquote heute?

00:25:32: Das habe ich gar nicht im Blick.

00:25:35: Aber ich glaube, die Gesamtkostenquote müsste ich selber nachgucken.

00:25:43: Es wäre dann eigentlich die umgekehrte...

00:25:47: ...fünfzig Prozent, aber das Problem ist natürlich auch ja also Ob das im Prinzip also, dass das Problem ist halt.

00:25:55: Also es ist denn.

00:25:56: also berechnet man solche Finanzierungskosten mit dazu und das ist halt ein ganz großes Problem.

00:26:01: Und genau und aktuell ist es halt so.

00:26:04: als ein gutes Beispiel ich möchte eine Praxis.

00:26:07: Ich habe in der Praxis angefangen die läuft erst mal ganz gut und ich muss halt leider aufgrund von irgendwelchen Gründen vielleicht umziehen weil ich weiter wachsen will oder die Praxis im Wasserschaden hatte.

00:26:20: Ich habe das alles schon unter meinen Kollegen erlebt und dann ist es so, dass man dann reinvestieren muss.

00:26:28: Und ein Praxisbau kostet heutzutage ungefähr tausender pro Quadratmeter.

00:26:35: Wenn da zweieinhalb Quadratmetern hat, dann sind man zweihunderttausend Euro los.

00:26:38: Die Finanzierungskosten teilen im Prinzip die Gesamtkosten total hoch.

00:26:41: also Das kann man sich eigentlich auch nicht mehr leisten.

00:26:45: Also entweder bleibt man da oder man hört einfach wieder auf

00:26:48: Ja, so wie der Arzt in Baden-Württemberg.

00:26:50: Allerdings das ist ja eher symbolisch er meint ja wohl selber dass er das Ding nicht verkauft kriegt.

00:26:55: also wird er wahrscheinlich weitermachen und vielleicht dann doch noch irgendwas am Ende verdienen.

00:27:02: aber gut das ist jetzt reine Spekulation.

00:27:06: Dann kommen wir nochmal zu dieser Analyse.

00:27:09: lässt sich sowas was sie jetzt da gesagt haben auch mit einer normalen Praxis Software eigentlich machen oder gehen die nicht tief genug?

00:27:17: Nee, tatsächlich nicht.

00:27:18: Also die PVS-Systeme haben im Prinzip sich komplett darauf fixiert, die KWV-Zertifizierung zu bekommen dann die TI Anwendungen einzubinden und haben sich mehr und mehr aus dem gesamten Controlling Thema rausgenommen.

00:27:33: Das führt dazu dass man auch auf den Steuerberater angewiesen ist.

00:27:38: Ich kenne eine Kollegin hier aus der Umgebung in Nordrhein-Westfalen.

00:27:44: Er hat eine ganz hervorragende Steuerberaterin, um die ich mich da benäide und die kümmert sich total toll.

00:27:54: Die treffen sich monatlich dann werden die wirtschaftlichen Zahlen gesperrt.

00:27:59: also super aber ich glaube das ist der absolute Einzelfall was man wirklich braucht.

00:28:04: Man braucht eine Analyse die diese ganzen Daten zusammenbringt, aus dem Praxisverwaltungssystem sich die Sachen zieht.

00:28:11: Dann die gesamten Transaktionen aus dem Konto zieht und dann am besten sogar noch sagt naja gut wie ist denn deine Praxis so insgesamt strukturiert?

00:28:20: Wie viel Personal hast du?

00:28:21: Welche Qualifikationen haben sie?

00:28:23: seit wann sind ihr beschäftigt?

00:28:24: Hast Du vor noch weitere Weiterbildung für Deine Ärzte zu organisieren sodass die vielleicht weitere Umsätze halt generieren können?

00:28:34: also Das ist aktuell in so einem Praxis-Verwaltungssystem gar nicht abgebildet und ich denke dadurch, dass die Hersteller heutzutage so viel mit anderen Themen zu tun haben bleibt dieses Thema langfristig auch auf der Spur.

00:28:47: Also wenn Sie es nicht mit dem eigenen PFS machen sondern mit so einem Tool wie sie es jetzt eben genannt haben, wie erhält dieses Fremdprogramm Ihre Daten?

00:28:56: Ist die Schnittstelle in den Programmen denn vorhanden?

00:29:00: Ja, das ist total spannend finde ich.

00:29:03: Das hat mich irgendwie gar nicht so viel Zeit gekostet dass zu installieren.

00:29:06: also Ich habe dann im Prinzip mich da angemeldet.

00:29:10: Dann hab' ich über die gleiche Schnittstelle Die man auch sonst benutzt um solche Zahlungen zu erlauben Das nennt sich FINDAPI habe ich dann quasi mein Konto verbunden mit diesem Tool.

00:29:23: Dann wurden alle Transaktionen gezogen, die zu den letzten drei Monaten gehörten.

00:29:28: Das hat mich aber nicht gereicht.

00:29:30: Dann hab' ich aus meinem Konto noch alle anderen Umsätze auch noch rausgezogen und die dann manuell nochmal eingespeist.

00:29:36: Und dann wohnen die von der KI im Prinzip alle analysiert und klassifiziert.

00:29:41: Also klassifiziert in dem Sinne wie es halt für mich als Praxisinhaber relevant ist.

00:29:45: also Was sind z.B.

00:29:46: Telefoniekosten?

00:29:48: Was ist Praxisbedarf, was sind zum Beispiel Beiträge für die Ärzteversorgung?

00:29:54: also das da irgendwie... Das sind ja Themen, die für mich als wichtig sind wo ich halt wissen will, was kostet wie viel und wie hoch sind die Personalnebenkosten zum Beispiel aber auch zum Beispiel dass abgezogen wird, dass der Zuschuss den ich für meine Weitabildungsassistentin bekomme, dass er wiederum abgezogen würde.

00:30:14: Also das wird alles im Prinzip automatisiert sich angeschaut und dann kann ich mir die Analyse angucken.

00:30:20: Ich sehe dann auch schön, die Wellenbewegung meiner Liquidität und kann dann auch immer sehen, naja wann kann ich wieder davon ausgehen dass die Welle wieder nach oben geht?

00:30:28: Wo befinde ich mich?

00:30:29: aktuell ist das ist ja die aktuelle Liquidität verhältnismäßig besser als in den letzten Jahren.

00:30:35: Das ist nur der erste Teil also Transaktion, Liquidität, Finanzströme, Finanzflüsse.

00:30:39: Und der zweite Teil ist das dann in Relation zu stellen zur Leistung und den Dingen die in der Praxis passieren und die werden ja abgebildet im Praxisverwaltungssystem.

00:30:49: Und das System, dieses Tool zieht sich im Prinzip auch die Abrechnungsdaten live aus dem Praxis-Verwaltungssystem und kann die dann halt auch noch mal ins Verhältnis setzen zu den Dingen, die auf dem Konto passieren.

00:31:05: Dann schließt sich der gesamte Kreis.

00:31:07: Das heißt ich kann sehen was auf der einzelnen Leistungserbringer-Ebene passiert.

00:31:12: Also welcher Arzt er bringt, welche Leistungen?

00:31:14: Welche Leistung wer näher häufiger erbracht?

00:31:17: Warum führt das dann dazu, dass zum Beispiel bestimmte Umsätze am Ende sich auf dem Konton negativ oder positiv darstellen?

00:31:26: Und was kostet so ein Tool, was diese Dinge alle zusammenbringt?

00:31:31: Was muss man da ausgeben ungefähr?

00:31:34: Also ich gebe, glaube ich aktuell, zweiundfünfzig Euro im Monat dafür aus.

00:31:38: Das ist, glaube immer abhängig davon wie groß die Praxis ist.

00:31:42: Wir sind jetzt so eine mittelgroße Praxis mit drei angestellten Ärzten also mit drei Ärzte inklusive mir und das ist in Prinzip... Schon ein Batzen Geld, aber auf der anderen Seite weiß ich wie viel ich an sonstigen Kosten bisher bezahlt habe weil ich das nicht gut gemacht hab in der Vergangenheit.

00:32:00: Also ich weiss ehrlicherweise nicht wie ich es besser machen soll.

00:32:04: Ich würde mir wünschen dass meine Steuerberaterin die mittlerweile haben die ganz toll ist Das noch besser machen würde.

00:32:11: Aber ich bin ganz froh dass sie schon den gesamten Lohnteil hervorragend macht.

00:32:18: Und dann bin ich eigentlich mit den dreihundert Euro eigentlich oder den zwölfünfzehn Euro, die ich da ausgebe im Monat auch gut und ich habe immer eine Kontrolle.

00:32:25: Ich kann auch die Sachen, die jetzt quasi in dem Tool sehe, dann nutzen um dann die BWA meiner Steuerberaterin nochmal gegenseitig zu gucken ob sie plausibel ist.

00:32:35: also für mich das ist ein Tool dass sich da schon eigentlich ganz gut gegen finanziert.

00:32:40: Also es geht ja zum einen darum zu sehen, ob und wie viel Geld die Praxis tatsächlich abwirft.

00:32:45: Und beziehungsweise wo die Schwachstellen dann liegen und welche Leistungen überhaupt nicht rentabel sind.

00:32:52: das haben sie eben schon ganz gut dargestellt.

00:32:55: wenn man das jetzt noch mal ein bisschen zusammenfasst was haben Sie geändert, oder was hat sich in der Praxis dann als überhaupt nicht rentabel erwiesen?

00:33:05: Und was kann man an welchen Schrauben dreht man denn als Praxisinnahmer.

00:33:10: Genau also man muss einfach gucken... Also ich habe gesehen dass im Prinzip tatsächlich die Umsätze nicht so sind wie es mir vorgestellt haben.

00:33:20: Die standen in keinem Verhältnis zu den Personalkosten.

00:33:24: Und die Personalkosten in sich stimmten dann auch wiederum nicht,

00:33:27: d.h.,

00:33:28: das Verhältnissen zu den Personalkosten zu schnellen Ärzten und den MFAS passt du nicht.

00:33:32: MFAs sind ja bei uns – es werden nicht bei allen Fachgruppen gleich, aber bei uns Haussätzen ist so – dass im FAS tatsächlich viele Leistungen erbringen und auch Umsätze generieren.

00:33:42: Das muss in einem gewissen Verhältnisse stehen und auch die Kosten auf der Erdzeichen als auch auf der MFA-Seite müssen in einem Gewissenverhältnis stehen Und das war bei uns überhaupt nicht mehr gegeben.

00:33:52: Als wir die Kosten auf der ärztlichen Seite senken konnten und auf der MFA-Seite erhöht haben, haben sich dann die Umsätze erhöht und dann wurde es endlich mal rentabel.

00:34:08: War's auch endlich so, dass wir gemerkt haben jetzt gehts raus aus den negativen Zahlen in die positiven Zahlen und die werden immer besser.

00:34:18: Also man kann aus den Zahlen wirklich viel ablesen und ich würde auch jedem raten, der quasi so ein bisschen zweifelnd davor steht.

00:34:28: Und sich fragt was ist denn da eigentlich nicht richtig?

00:34:32: Sich ein bisschen mehr damit zu beschäftigen ja, sich aber auch eine digitale Hilfe zu besorgen Aber nicht im Prinzip immer wieder über den Kostendruck zu hören.

00:34:39: Man muss sagen meine Personalkosten sind so.

00:34:41: Was ist denn damit genau gemeint?

00:34:43: und sich das genau in Detail anzugucken Welche Personalkosten sind gute Kosten?

00:34:48: Welche Personalkosten sind schlechte Kosten?

00:34:51: Und dann halt im Prinzip die Praxisführung dahingehend zu ändern und zu sagen, ich muss mich vielleicht von einigen Dingen hier trennen.

00:34:59: Von einigen Strukturen trennen und andere Dinge.

00:35:01: Da kann ich rein investieren und das wird auch im Prinzip wieder rentabel und langfristig nachhaltig

00:35:07: machen.".

00:35:08: Also ich fand es neulich wir hatten in der Ärztezeitung eine Geschichte über Delegation Und da wurde auch diese Bertelsmann-Studie vorgestellt.

00:35:15: Die ist ja teilweise auch ein bisschen angefeindet worden von Ärzte Seite, aber die beiden Leuchtturmprojekte, die sie da gezeigt haben, das fand ich faszinierend.

00:35:24: Denn die machen Delegation und noch mehr Delegations und nochmehr Delegatsion... ...und kommen dann auf ihre Kosten allein dadurch dass sie pro Arzt wahnsinnig viele Patienten pro Quartal haben!

00:35:38: Und das fand ich wirklich faszinierend, dass auch ein Geschäftsmodell sein kann.

00:35:43: Dass man mit gut qualifizierten MFA oder eben PA, also Physician Assess Systems oder Vera oder Nepa viele Leistungen bringen können die auch Umsätze bringen und die aber auch alleine schon ermöglichen, dass die Patienten überhaupt betreut werden können.

00:36:02: Was ja auch für die Patienten wiederum gut ist – das fand ich schon faszinierend!

00:36:06: Also es wurde nicht gezeigt glaube ich wie rentabel die tatsächlich arbeiten, aber mit drei tausend Patienten pro Arzt, das war glaube ich das pro Quartal, dieses eine MVZ da sollte eigentlich am Ende tatsächlich was übrig bleiben.

00:36:23: Also sind das solche Zahlen, mit denen Sie sich dann auch messen?

00:36:28: Am Ende ist es ja immer der Vergleich mit dem Durchschnitt den sie da dann wahrscheinlich haben über die KI oder ist es der Vergleich mit den besten?

00:36:36: Nee, vor allem ist es halt ein Vergleich mit den anderen durchschnittlichen Hausärzten und man muss einfach sagen, der Vergleich hinkt ja zum Teil ja auch.

00:36:44: also ich bin in dem Vergleich komme ich noch ganz gut weg.

00:36:47: aber Auf das ist ja so, dass man so einen Tool erst dann einsetzt wenn die Hütte brennt.

00:36:52: Das heißt den denen es halt total gut geht der Kollege mit der tollen Steuerberaterin sich da total wohl fühlen die in einem guten Team arbeiten wo sie auch viel delegieren nutzen so ein Tool ja vielleicht gar nicht, sondern es kommen gerade die dann rein.

00:37:06: Das heißt ich vergleiche mich mit den anderen Ärzten aus einer ähnlichen Situation wie ich im Prinzip dieses Tool heraus zu nutzen mit der gleichen Motivationslage um da auch rauszukommen.

00:37:18: aber ich glaube auch dass das Kardinalfehler ist sozusagen meine Personalkosten sind so hoch und das dann nicht weiter zu differenzieren, sondern man muss eigentlich hingehen und sagen okay welche Personalkosten kann ich quasi in Umsätze halt wieder transferieren.

00:37:33: Dafür muss man aber auch wieder sich die Praxiszahlen aus dem Praxowaltungssystem angucken und schauen welche Leistungen werden erbracht?

00:37:40: Impfen wir genug?

00:37:41: machen wir denn genug EMPs?

00:37:43: machen wir genug Vorsorguntersuchungen machen wir genügend geriatische Basis Assessments?

00:37:47: also diese Sachen müssen natürlich nachgehalten gemonitort werden.

00:37:51: Ansonsten weiß ich ja wirklich nicht, ob meine MFAS auch Geld erwirtschaften oder ob sie da einfach den ganzen Tag nur Karten einlesen oder Papier bedrucken oder so und deswegen ist es so wichtig dass man da auch Tools hat mit denen man prospjektiv als auch retrospektiv das verfolgen kann.

00:38:12: Und da haben Sie immerhin den Vorteil als Hausarzt dass sie tatsächlich alle Leistungen unbudgetiert bekommen, außer Ultraschall und Psychosomatik.

00:38:22: Und vielleicht noch Schmerztherapie?

00:38:23: Das kommt glaube ich auf die KV an.

00:38:26: Ich mache keine Schmerztherapie leider aber das soll super sein!

00:38:32: Jedenfalls kann man da durchaus... Also die Umsätze sind dann eins zu eins in der Praxiseinnahme.

00:38:43: oder kann man schon sagen

00:38:46: Es kommt darauf an, also es gibt dann andere Leistungen die ich glaube das Langzeit EKG sind halt auch Leistung die wir anbieten.

00:38:54: Die sich aber absolut

00:38:56: nicht trenntieren.

00:38:58: Ich glaube darüber haben wir in der Vergangenheit auch schon mal gesprochen.

00:39:01: Ja, als wir über die Vorhaltepauschale gesprochen haben und ich habe auch nochmal mit einem Praxisberater inzwischen gesprochen hat davon gesprochen... dass die zum Teil absurd niedrig vergütet werden, sodass es sich eigentlich überhaupt nicht lohnt.

00:39:16: Genau aber wir können ja nicht als Hausärzte darauf verzichten diese Leistungen anzubieten.

00:39:21: also wir müssen auch gewisse Leistung anbieten auch wenn sie unterbezahlt sind weil wir irgendwie Versorgung sicherstellen wollen.

00:39:30: das bedeutet wir müssen irgendwo relativ viele Leistungen erbringen oder auch durch unsere MFAS erbringen lassen, damit einfach genug Puffer bleibt um auch Dinge die quasi gar nicht bezahlt werden.

00:39:44: Oder ganz schlecht bezahlt wird überhaupt noch abbilden zu können.

00:39:49: Das gleiche gilt zum Beispiel für die Vorortanalyse.

00:39:52: wenn ich ein CRP bei einem Patienten mache um einen Antibiotikum quasi zu vermeiden dann ist das im Prinzip linke Tasche, rechte Tasche.

00:39:59: das Geld geht einfach so durch die Praxis durch und der manuelle Aufwand wurde.

00:40:05: Man muss sich halt überlegen, wie kriege ich das am besten hin?

00:40:09: Und es muss ja auch am Ende des Tages Spaß machen.

00:40:12: Ich mache nicht alles für Geld aber ich kann halt nicht für meinen Spaß selbst jedes Jahr ganz viel Geld in diese Praxis stecken.

00:40:18: Das geht natürlich auch nicht und damit das so ein Gleichgewicht findet ist man als Dinhaber schon bezogen regelmäßig die Zahlen zu gucken.

00:40:29: Das dafür gibt es halt mittlerweile auch Möglichkeiten und ich bin mittlerweile ein ganz großer Fan davon geworden.

00:40:35: Und mittlerweile kann es mir auch leisten, noch Dinge zu tun die Spaß machen und nicht so viel Geld

00:40:39: bringen.".

00:40:39: Das war doch ein schönes Schlusswort schon!

00:40:43: Also das ist der Appell an Ihre Kolleginnen und Kollegen wirklich in die Zahlen reinzugucken um da eben Azure zu sein und rechtzeitig gegenzusteuern falls mal was nicht so gut läuft um dann eben doch am Ende auf eine ganz gute Marge zu kommen.

00:41:00: Und das ist ja gerade angesichts des Beitragssatz-Stabilitätsgesetzes, was da kommt so was da jetzt geplant wird, ist es ja durchaus dazu angetan die Erträge noch weiter anzuknabbern.

00:41:15: Das heißt es wird noch wichtiger in Zukunft und... Das glaube

00:41:19: ich auch

00:41:20: Insofern, tausend Dank für Ihre Ausführungen zum Thema betriebswirtschaftliche Benchmarks.

00:41:27: Für Praxen und auch für unsere Diskussion dazu.

00:41:30: Das war sehr spannend!

00:41:31: Ich habe glaube ich einiges gelernt.

00:41:35: Es hört ja nie auf mit dem Lernen... Und ich hoffe unsere Hörerinnen und Hörern haben auch ein bisschen gelernt.

00:41:42: Alles Gute für Sie!

00:41:43: Danke schön!

00:41:45: Und auch wieder vielen Dank fürs Zuhören bis zum nächsten Ärztetag Tschüss.

Über diesen Podcast

ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.

von und mit Ärzte Zeitung

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