ÄrzteTag

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00:00:03:

00:00:06: Herzlich willkommen beim Erztetag, dem Podcast der Erzezeitung.

00:00:09: Mein Name ist Andrea Schudock und ich bin Redakteurin im Medizinressort.

00:00:14: Gewalt, Krieg, Unfälle, Vergewaltigung, Katastrophen – für diese Podcastfolge sprechen wir womöglich gleich mehrere Triggerwarnungen aus.

00:00:23: Denn das Thema heute ist kein einfaches!

00:00:25: Es geht um süßische Traumatae die durch eben genau diese Vorfälle entstehen können….

00:00:31: Was ist für Hausärztin und Hausärzte wichtig rund um das Thema Trauma, Dissoziation und posttraumatische Belastungsstörung?

00:00:39: Das erklärt mir und Ihnen heute Dr.

00:00:41: Ilka Aden.

00:00:42: Sie ist FachärztInn für Allgemeinmedizin und Psychotherapie.

00:00:46: sie arbeitet in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Braunschweig.

00:00:50: Guten Tag Frau Arnen.

00:00:52: Ja herzlich willkommen.

00:00:53: Dankeschön dass ich da sein darf.

00:00:55: Hallo Frau Studock alle liebe Hörerinnen und Hörers.

00:00:59: Ja, danke schön.

00:01:00: Wir freuen uns auch!

00:01:01: Bevor wir zu dem eigentlichen Thema kommen können wir vielleicht erstmal ein paar Begriffe so ganz grundsätzlich klären also einmal den Begriff Trauma und einmal dem Begriff Dissoziative Störung.

00:01:13: Können Sie einmal kurz erklären was jetzt genau was ist?

00:01:17: Ich glaube, da ist es wichtig nochmal alltagssprachliche Umgang mit dem Wort Trauma und medizinischer Umgang zu trennen.

00:01:27: Das Wort Traum hat ja in den letzten Jahren sehr viel hart aufgenommen

00:01:31: bzw.,

00:01:32: es ist in bestimmten Kreisen auch sehr ihnen gewesen alles als Trauma zu bezeichnen was irgendwie doof oder kurzzeitig überfordert war.

00:01:42: Und andererseits sind Gott sei Dank Trauma-Volkeschwörungen intensiver in den Blick gekommen.

00:01:49: Also nicht alles, was wir ganz schrecklich finden ist gleich im medizinischen Sinne ein Trauma.

00:01:55: Es gibt verschiedene Diagnosen aber wir können uns glaube ich ganz gut daran halten dass das bei fast jedem eine maximale Überforderungssituation darstellen würde wenn die bisherigen Ressourcen in keinster Weise geeignet sind, das Ereignis was auf einen Menschen einströmt zu bewältigen.

00:02:17: Wenn es zur Erstarung zum Flucht ist nicht mehr möglich vielleicht zum Todstellreflex kommt und sich möglicherweise in dieser schrecklichen Situation eben Wahrnehmungsmöglichkeiten verändern.

00:02:33: Wir kennen das eben von Opfern, von Banküberfällen oder Vergewaltigungen.

00:02:38: Dass die auf einmal sagen ich war gar nicht mehr ich selber Ich war wie im Traum oder ich habe wie ein Roboter gehandelt Das nehmen wir an ist ein Schutzmechanismus der Seele dass häufig Schmerzen nicht mehr empfunden werden können.

00:02:54: Das bezeichnen wir als Dissoziation, dass also verschiedene Sinneseindrücke, verschiedene Wahrnehmungen voneinander getrennt sind und nicht mehr im räumlichen und zeitlichen Kontinuen wahrgenommen werden.

00:03:09: Und alltagssprachlich wird eben Trauma häufig undifferenziert das Schlimmes benutzt und Dissoziation ist glaube ich noch nicht so wirklich in die Umgangssprache übergegangen, wobei wir dabei auch sagen müssen es gibt ja auch ein relativ gesundes normales Auseinanderfallen wenn wir zum Beispiel auf etwas maximal konzentriert sind im Flow sind um uns herum eigentlich gar nichts mitkriegen.

00:03:36: Das ist ja auch eine Art von sehr angenehmer Dissoziationen

00:03:42: Eine Dissoziation, die wir möglichst gerade unsere Hörerinnen und Hörern erfahren wenn sie uns zuhören.

00:03:47: Wir wollen ja heute... Das Thema Trauma beleuchten allerdings nicht für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, sondern auf hausärztlicher Ebene.

00:03:56: Skype geht also nicht um die Therapie, sondern es geht darum was es bedeutet sensibel für Traumata zu sein, Traumasensibil zu arbeiten wie man zurückliegende Traumater erkennen kann, was man dann als Hausärztin oder Hausarzt tun kann und wie man auch akute Traumata erkennt.

00:04:15: Kommen wir erst mal noch einmal zu dem Begriff Traumasensibel, was bedeutet es denn wenn Sie sagen Hausärztin und Hausärzte sollen Traumazensibel sein?

00:04:25: Naja, wir dürfen davon ausgehen dass die Prävalenz von Trauma-Volgestörungen schon unglaublich hoch sind.

00:04:34: Wir gehen von zehn bis fünfzehn Prozent aus.

00:04:36: Es hat sich mit dem Flüchtlingsstrom, zwei Tausend Fünfzehn natürlich noch mal sehr verändert, wo sehr viele Menschen mit ganz schrecklichen Erfahrungen zu uns gekommen sind und jeder Mensch hat eine andere Art des Umgangs damit.

00:04:50: Jede Mensch hat das was er erlebt hat anders weggepackt vielleicht gut eingepackt und es berührt ihn nicht mehr vielleicht aber auch im Rahmen einer Trauma-Vollgestörung eher somatisiert oder vermeidet manche Dinge voneinander.

00:05:08: Und nun kann es in der Hausarztpraxis, wie übrigens überall nicht umsonst haben sie eben die Triggerwarnung ausgesprochen passieren dass wir uns nicht bewusst sind das wir Erinnerungen an ganz ganz schlimme Zustände auslösen können.

00:05:25: Und das erstmal uns klar zu machen, dass bei der körperlichen Untersuchung beide jeder Blutabnahme bei jedem Kontakt es möglich sein kann.

00:05:33: Dass dieser Mensch anders reagiert als wir das in unserem Kontext so gewöhnt sind.

00:05:39: Das würde für mich heißen Traumersensibel im Hinterkopf zu haben, dass es sehr viele Menschen geben kann die etwas erlebt haben, die einigermaßen gute Funktionsfähigkeit im Alltag erreicht haben aber unsere medizinischen Eingriffe sehr körpernah, sehr in die Intimstphäre eingreifend wieder an diese schrecklichen Erlebnisse erinnert werden können.

00:06:04: Wie kann ich als Ärztin oder Arzt denn hellhörig werden?

00:06:09: Wann meine Patientin oder mein Patient womöglich zurückliegende Traumata hat?

00:06:14: Ich werbe erst mal wenn ich unterrichte in der psychischen Grundversorgung des Erstgesprächs dass man immer auch eine Frage stellt gibt es Gewalterfahrungen und Erfahrungen mit Trauma.

00:06:26: Und zwar wirklich nur als Überschrift, da möchte ich nicht intensiver in das Erlebte eindringen sondern nur eine Idee haben.

00:06:36: Das kann sein dass man als Kind ganz fürchterlich verprügelt wurde oder zufolge eines schlimmen Unfalls war's aber darf.

00:06:42: in der Anamnese frage ich explizit nicht was ist sondern nur gibt es Poerfahrungen Und ich erläute da mit ein, zwei Sätzen auch meinen Patienten.

00:06:54: Das ist für mich von großer Bedeutung ist, dass sie nicht in dieses Empfinden von damals wieder reinrutscht, sprich vielleicht in einer dissoziativen Zustand.

00:07:03: Dass wir nur auf der Meta-Ebene also darüber mal kurz – ich nenne es häufig als Zeitungsüberschrift oder so – mal sprechen.

00:07:12: Dann habe aufbaue schon mal einen ganz wesentlichen Grundstock.

00:07:20: Zweitens werbe ich sehr dafür immer im Hinterkopf zu haben, was für Symptome könnte denn eine Traumastörung hinterlassen?

00:07:31: Wonach ist es ganz gut zu fragen, was aber nicht erkannt wird nach Möglichkeit nicht erkannt wird von meinem Patientchen.

00:07:40: also das sind die Diagnosekriterien der Traumasteuerung Zum Beispiel Intusionen.

00:07:47: Ich kann fragen, ohne dass es in einem Zusammenhang kommt, dass sie häufig immer den gleichen Albtraum haben oder drängen sich Szenen oder Bilder gegen ihren Willen auf, wo's wirklich schwer ist die wegzubringen?

00:08:00: Oder ich kann fragen leiden Sie mehr unter Angst als andere?

00:08:05: gibt es Dinge, die Sie vielleicht überhaupt nicht tun würden oder Orte, die sie vermeiden würden?

00:08:12: Erleben Sie sich selbst manchmal als innerlich ganz abgestumpft oder haben ein inneres Chaos in sich?

00:08:20: Dann frage ich nach so Matoformen Störungen, Körperbeschwerden die noch kein Doktor so richtig erklären konnte.

00:08:28: Oder nach Depressionen fühlen Sie sich traurig und freutlos als Aufgreiffrage.

00:08:34: Und dann habe ich so die P.A.Q.

00:08:35: neun Fragen im Hinterkopf, das alles leitet dann die Patientinnen und Patienten noch nicht in des Trauma, in das traumatische Erleben gibt mir aber ein bisschen einen gefühllichen Ende ist gerne so das Schnüffeln.

00:08:52: Worum geht es denn hier jetzt eigentlich?

00:08:54: Könnte es sein dass es sich um eine um traumaspezifische Folgen handelt, muss ich also wesentlich vorsichtiger sein.

00:09:03: Wie ist denn Ihre Erfahrung?

00:09:05: Wir reagieren Patienten auf solche Fragen wenn sie eigentlich erst mal nur zum Erstgespräch da sind und eigentlich ja auch eher wegen körperlichen Beschwerden da sind.

00:09:17: Ich erläutere sehr früh, dass es darum geht, dass wir eine lange Beziehung zusammen haben wollen.

00:09:22: Ich erlute ja auch auf dieses Gesprächs meine Regeln und frage was für den Patienten wichtig ist?

00:09:28: Und erkläre das.

00:09:30: ich es wichtig finde, dass ich sie oder ihn mit allem, was ihr ausmacht sehlich körperlich psychisch im Erleben in der Familie einmal begriffen habe.

00:09:39: Deshalb nehme ich mir für das Erstgespräch auf zwanzig Minuten Zeit und da erlebe ich es als sehr verwundert manchmal, aber sehr offen vor allen Dingen wenn Patientinnen und Patienten merken Ich werde nicht weiter eindringen.

00:09:54: Sonst geht mir tatsächlich darum einen Rahmen zu haben Zu verstehen Und ich selber werde nicht überfordert.

00:10:02: von dem was vielleicht anschluten könnte habe ich eigentlich durchweg immer gemerkt, dass das als angenehm empfunden wird von Menschen die Traumafolgestörung haben und dann ist es auch leicht her einen körperlichen Zugang zu haben.

00:10:19: Also vielleicht Berührungen möglich zu machen.

00:10:22: Nur, dass sich das richtig verstehe also dieser traumasensibler Ansatz explizit danach zu fragen, gibt es zurückliegende Traumata?

00:10:32: Gibt es schwierige Erfahrungen im Leben?

00:10:35: Haben Sie Angst vor bestimmten Dingen?

00:10:36: Vermeiden Sie Orte?

00:10:38: Vermedern sie Dinge die Sie tun.

00:10:41: Haben Sie wieder keine Albträume und so weiter

00:10:44: verdient?

00:10:45: im hausärztlichen Setting vor allen Dingen dazu, dass man sich dessen bewusst wird und bei der körperlichen Untersuchung, worauf wir später auch noch eingehen werden, sensibler ist.

00:10:55: Und es geht nicht darum über das Trauma zu sprechen eine Lösung für einen Therapieansatz zu finden oder ähnliches?

00:11:04: Ja ganz unbedingt!

00:11:05: Ich würde des beides was ich jetzt gesagt habe auch ein bisschen trennen.

00:11:08: Das Eine ist die Anamnese Gibt es Gewalterfahrungen oder haben Sie Gewalt zugesehen, oder so etwas erlebt?

00:11:16: Ganz getrennt von den weiten Fragen die sie eben wiederholt haben.

00:11:21: Wo es nach spezifischen Diagnose-Kriterien eigentlich geht.

00:11:24: Die frage ich nur wenn ein Patient andeutet mit einem psychischen Anliegen kommt und mit einem Problem kommt wo es mir so vorkommt als könnte dahinter auch eine Trauma Vollgestörung.

00:11:37: Ich frage nicht jeden!

00:11:39: nach Vermeidungsverhalten oder nach effektiver Gestumpftheit oder Instruktion in dem Moment, wo das aufs Tablett kommt sozusagen.

00:11:47: Also auch bei somatischen Beschwerden die noch keine Ursache gefunden wurden Schmerzen oder ähnliche Belange?

00:11:57: Ja ja zum Beispiel der wesentliche Aspekt den Sie gerade betont haben ist es in der traumasensiblen Umgärm geht's immer darum, möglichst nicht tiefer in das Thema einzudringen.

00:12:09: Wenn man keine Skirts gelernt hat mit zum Beispiel Dissoziation oder dann aufkeimenden Gefühlen umzugehen?

00:12:18: Wenn wir in der Hausarztpraxis sonst über neurotische Störungen sprechen, dann dürfen wir nachfragen und dürfen vorsichtig versuchen zu verstehen was gerade abgewährt wird durch dieses Symptom.

00:12:30: Das ist in der Trauma-Welt eben ganz anders.

00:12:34: Wir wollen es nicht anreißen, wir wollen nicht tiefer verstehen was ist sondern wir wollen es begrenzen und müssen da den Patienten auch häufig dabei helfen die Fassung sozusagen zu bewahren und nicht ausüfern zu erzählen.

00:12:47: Genau viele Hausärzte haben ja auch die Sorge gerade über Traumata zu sprechen weil sie die Sorgaben etwas aufzureißen.

00:12:55: Wie beschränkt man die Patienten jetzt?

00:12:57: Da?

00:12:57: welche Taktiken gibt's da?

00:13:00: Naja, erst mal glaube ich es ist gut immer sich selber und den Patienten im Gespräch zu beobachten.

00:13:08: Und wahrzunehmen wie erlebt der Patient sich selber gerade?

00:13:12: Kann er sich selbst noch steuern?

00:13:13: kann er seine Gefühle überhaupt begrenzen oder ist er denen ausgeliefert?

00:13:19: Ist er seinem Erleben ausgeliefert?

00:13:21: für den Patienten ist Es sehr wichtig dass der Zuhörer nicht mitgerissen wird Im Strom der Erregung oder der Trauer, oder des fürchterlichen was wieder erinnert wird.

00:13:34: Sondern dass der Zuhörer das die Ärztin der Arzt einen Abstand behält und sozusagen wie ein Fels in der Brandung regeln kann.

00:13:45: hier brechen wir jetzt weniger drüber.

00:13:48: Hier lenke ich sich vielleicht ganz absichtlich ab.

00:13:51: Also wenn jemand anfängt zu dissoziieren, merkt man das ganz häufig, dass die Gesichtsfahre ein bisschen anders ist?

00:13:57: Die Augen werden glasig oder blasser, die Stimmung verändert sich sehr und dann ist es ganz wichtig, dass Haus Erzenderhaus als sich klar macht okay ich übernehme die Führung des Gespräches.

00:14:09: Ich führe vielleicht auch schnell weg von dem Punkt wo wir eben drüber gesprochen haben und frage was Total nebensächlich ist aber sehr leicht zu beantworten das.

00:14:19: Wenn die Patientin sich jetzt aber durch einfache Gesprächsführung nicht stoppen lässt, gibt es da noch irgendwelche Notlösungen?

00:14:28: Ja sicher dann sag ich schon und ich merke dass es sie jetzt sehr erregt.

00:14:32: Ich glaube das ist nicht gut wenn wir darüber hier weiter sprechen.

00:14:36: Ich möchte ihnen helfen wieder in das Erleben von heute zu kommen.

00:14:40: Was ist denn eigentlich nachher oder was haben Sie heute vor?

00:14:44: Oder ich sage auf einmal aus dem Gespräch heraus, Mensch da ist so ein Kraft draußen.

00:14:49: Je nachdem was da gerade ist hören Sie das auch oder ich merke sie können ihre Gefühle selber jetzt gar nicht mehr steuern.

00:14:57: soll ich Ihnen dabei mal helfen?

00:14:59: Ich habe zum Beispiel Schreibtisch und packen Taschentücher immer stehen.

00:15:04: Wenn wir solltest noch helfen, dass sie rauskommen und fangen Sie doch mal!

00:15:07: Und wir werfen uns drei-vier Mal ein Taschentalcher hin und her.

00:15:10: Wir sind die meisten Patienten sehr verwundert.

00:15:14: aber ich frage dann nicht jetzt sind sie wieder im Hier und Jetzt?

00:15:17: Und nicht mehr in Leben was sie damals erlebt haben.

00:15:20: Ich glaube das ist ganz gut, dass wir es auch so lassen.

00:15:22: Dass wir eben hier und jetzt sind können sie ihre Hände fühlen, wenn sie ihre Schultern fühlen spüren sie wie ihre Füsse auf dem Boden stehen.

00:15:30: Oder wenn das nicht so gut klappt, freu ich mich auch.

00:15:33: Wir machen mal eine Übung.

00:15:34: können sie mal fünf Dinge im Raum nennen?

00:15:36: die orange sind aber jetzt und dann fangen Patienten an das Buch der Fußboden ihre Gardine und sind dann in einem ganz anderen inneren Stress.

00:15:50: Und ja das hilft eben wieder Distanz zu erlangen

00:15:55: die sehr wichtig ist dann für die Beziehung von Hausarzt und Patient.

00:15:59: Man könnte natürlich aus Patientenperspektive auch argumentieren, dass man sich dann womöglich alleine gelassen fühlt mit seinem Problem.

00:16:08: Die Ärztin will mein Problem nicht anhören.

00:16:11: Was kann man den Patienten dann mit an die Hand geben damit sie sich genau nicht so fühlen?

00:16:15: Und trotzdem in irgendeiner Art und Weise eine Hilfestellung anbieten?

00:16:20: Na, ich würde sagen das ist was sehr anderes.

00:16:23: Dass sich mir die Probleme nicht anhören möchte.

00:16:25: Das ist überhaupt nicht so aber es ist nicht gut

00:16:28: und

00:16:29: vorbereitet in schwierige Situationen einzusteigen.

00:16:33: Eine Supervisur hat mir mal das Beispiel des Autorepariens an der Ölwanne erklärt man kann alles am Auto reparieren Aber wenn man an die Ölwanne geht ist es gut dass man etwas unterstellt damit das Rundwasser nicht verschmutzt wird.

00:16:45: dieses Beispiel nutze Ich zum Beispiel Wenn wir über traumasensibile Themen sprechen sollten.

00:16:52: Dann muss es ganz, ganz sicher abgesichert sein und ich glaube das ist besser wenn sie das mit einem wirklichen Experten oder ich bin Traumotherapeutin und mache Traumokonfrontation in der EMDR im Rahmen einer Traumotherapie tun nicht so zwischendurch in der Sprechschule.

00:17:09: Ich nehme Ihr Problem sehr ernst und merke dass Sie es nicht selber so im Griff haben.

00:17:15: deshalb möchte ich Ihnen dabei helfen wie die Traumotherapie es sozusagen vorschweckt.

00:17:20: Das ist vom Leon suche ich.

00:17:22: Wir haben jetzt ja größtenteils vor allen Dingen über zurückliegende Traumata gesprochen, Wie erkennt man denn jetzt wenn ein Patient mit einem akuten Trauma in die Praxis kommt?

00:17:34: Naja das erzählen wir erstmal.

00:17:37: also da ist ja jemand der ist ganz ganz aufgelöst weiß nicht was mit ihm gerade los ist und Der erste Schritt für die akute Traumatisierung ist, Moment hier sind sie sicher.

00:17:49: Dafür glaube ich muss man gar nicht Hausärztin sein.

00:17:53: jede MFA jeder Seelsorge, jeder Bekannte kann erstmal helfen hier sind Sie sicher und dann würde ich sagen es in der Hausarztraxis erst mal beruhigen dabei sein wenn Wenn ein Patient ihn erzählen möchte, dann ist es gut wenn einer da ist.

00:18:14: Aber schon ab der akuten Traumatisierung hat jeder seinen eigenen Weg mit Trauma umzugehen mit ganz schlimmen Dingen umzugehen.

00:18:22: Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Take-home-Message.

00:18:25: Es gilt erst mal am Anfang wie auch dann im weiteren Verlauf zu akzeptieren was für den Patienten es jetzt am besten.

00:18:33: Das weiß der selber ob er reden möchte, ob er Körper nähen möchte, haben möchte, ob es gut ist mit ihm zu überlegen welcher Freund oder welche Tante Onkel könnte jetzt dabei sein.

00:18:48: Oder ob er sich ganz zurückziehen mag und lieber ein Rockmusik hören möchte oder ob sie jetzt einen Kuscheltier braucht.

00:18:55: Meine Erfahrung ist dass in der akuten Traumatisierung sehr hilft auf die Führung liebevolle Führungen zu übernehmen Und zu begleiten.

00:19:05: und im zweiten und dritten Kontakt dann Psychoeducation, also Aufklärung.

00:19:10: Wie geht das denn in der menschlichen Seele?

00:19:12: Wenn man etwas ganz Schreckliches erlebt hat, dass ist nicht unnormal, dass es immer wieder über sie kommt.

00:19:19: Dann gibt's wieder Phasen wo Sie sind wie vorher und auf einmal erleben Sie es wieder.

00:19:24: Solche psychoeducativen Elemente die sind in der psychosomalischen Grundversorgung sehr gut möglich in kurzen Abschnitten.

00:19:33: Die Patienten ist das sehen.

00:19:35: Genau, die Patienten darüber aufklären was womöglich die nächsten Tage auf sie zukommt warum Sie sich gerade so fühlen wie Sie sich fühlen Ihnen zeigen dass es eine normale Körperreaktion ist, sich so zu fühlen?

00:19:50: Also die Kinden sich und ihren Körper ja nicht Und dieses Gefühl werde ich jetzt verrückt.

00:19:55: Das kann man den Patienten ganz gut nehmen.

00:19:57: Nein Ich weiß Was normalerweise jemandem der akut etwas erlebt hat so die nächsten Tage wieder fährt.

00:20:05: und selbstverständlich ist Krankschreiben möglich, aber muss nicht.

00:20:08: Was ist das Deste für Sie?

00:20:10: Manchen möchten abgelenkt sein, manche nicht ähnlich wie in Trauerphasen.

00:20:14: Da ist es ja auch mal ganz schlimm und tritt wieder zurück und die gesunde Seele integriert eben das was sie erlebt hat.

00:20:21: im Laufe des nächsten halben Jahres oder so viel Zeit dürfen sie sich auch lassen und dürfen großzügig mit sich sein und eben Hilfe suchen was immer sie möchten.

00:20:30: Kommen wir nochmal zu dem Thema traumasensibler Umgang.

00:20:35: Sie haben jetzt am Anfang auch schon angesprochen, dass es bei körperlichen Untersuchungen durchaus zu Problemen kommen kann.

00:20:41: Bei traumatisierten Patienten also wenn Patienten ihr T-Shirts ausziehen müssen sich auf die Untersuchungsliege legen müssen und dann noch angefasst werden von einem Arzt oder einer Ärztin.

00:20:52: das ist für Menschen ohne Traumata schon unangenehm kann aber natürlich noch ganz ja bei Leuten die halt schwierige Situationen durchlebt haben, ganz andere Dimensionen annehmen.

00:21:07: Um solche Retraumatisierungen zu vermeiden ist ja der erste Schritt erstmal zu wissen dass der Patient ein Traumapatient ist.

00:21:15: darüber haben wir schon gesprochen.

00:21:17: am besten in der erst im Erstgespräch klären das Thema mal wieder immer mal wieder ansprechen.

00:21:23: In welchen alltäglichen Situationen?

00:21:26: Ist jetzt die höchste Gefahr für

00:21:30: Naja, ich finde grundsätzlich muss erst mal das ganze Team traumasensibel sein.

00:21:35: Also wenn die Diagnose PDBS irgendwo oder aus dem Verdacht auf oder hat Erfahrung steht dann muss jede MFA beim Blutabnehmen wissen dass nicht unbedingt in drei Minuten alles geht sondern dass man jeder Handlung ankündigt.

00:21:51: Ich möchte den Blut abnehmen.

00:21:53: mögen Sie sich hinsetzen.

00:21:54: wie nah darf ich kommen?

00:21:55: Darf ich Ihren Arm haben?

00:21:57: mögen sie mir den geben.

00:21:59: Bei hohe alten Quick-Patienten, da greift die MFA und der Patient in eine Routine ineinander.

00:22:05: Und da ist ein Nadel im Arm und die sind wieder draußen und alle kennen es und laffen dabei.

00:22:09: Und es läuft!

00:22:10: Das geht am Anfang mit Patienten, die ein Trauma erlebt haben häufig nicht, sondern man braucht immer die Erlaubnis des Patienten.

00:22:19: Darf man sich nähern?

00:22:20: Es ist gut mit den Patienten kurz zufrieden.

00:22:23: wenn das nicht geht können sie welche Stoppsignal gilt Handheben oder einmal klopfen.

00:22:29: Wann weiß ich, dass es sich nicht weitergeht?

00:22:32: Es ist notwendig, dass man aus welchem Zeit und einigermaßen störungsfreie Umgebung sucht also für die Blutabnahmen mal zehn Minuten Einführung stattdrehen oder auch für die körperliche Untersuchungen.

00:22:44: zum Beispiel muss nicht unbedingt der Oberkörper ganz frei gemacht werden wenn man weiss das ist schwierig so.

00:22:52: man können auch unter dem T-Shirt abhorchen oder grundsätzlich für jede Handlung erst mal ein Einverständnis geben lassen.

00:23:00: Lieber in sanfter, leiser Sprache sprechen.

00:23:05: Häufig fühlen es Menschen auch angenehmer, weil eher eine Terps tiefer spricht, beruhigend und Empfindungen vielleicht normalisieren.

00:23:16: Es gibt Menschen die empfinden das jetzt, dass sie vor mir liegen Stehe oder Sitze, oder den Ultraschall auf dem Bauch lassen als unangenehm.

00:23:27: Ich möchte Ihnen erklären warum das ist und ich gucke in das Gerät rein.

00:23:32: Also normalisieren viele Menschen fühlen das so oder so oder es ist auch gut in der Wortwahl darauf zu achten dass man keine Worte benutzt die Gewalt assoziiert sind, möchte ich sagen also nicht so ab hinlegen Sondern mögen sie Platz nehmen und sich vielleicht ganz bequem betteln, ist der gut auf dem Rücken.

00:23:53: Wenn es in Ordnung ist würde ich Sie bitten den Bauch frei zu machen.

00:23:58: Aber lassen Sie sich Zeit!

00:23:59: Und ich glaube das ist ganz wichtig zu dokumentieren.

00:24:04: Immer wieder zu dokumentierend was ich mit diesen Patienten erlebt habe damit auch meine Kolleginnen und Kollegen eine Idee haben.

00:24:11: Was sind Wünsche?

00:24:12: Was ist ein Gutwillig?

00:24:14: Kommt es vor dass Patienten dann Nein sagen und die Behandlung wirklich komplett abbrechen?

00:24:21: Ich habe relativ viele traumatisierte Patienten, die ich aber hausärztlich betreue.

00:24:27: Wenn eine Psychotherapie auf dem Schild steht, brauchen sie natürlich auch relativ viele somatische Probleme, die aus vielen Folgen entstehen.

00:24:39: Und das muss okay sein!

00:24:43: Für mich ist ja der Zeitdruck zum einen das Problem und die Abrechtbarkeit auf der anderen Seite des Problems.

00:24:49: Ansonsten muss ich mit den Patienten in Kontakt kommen, wenn es jetzt nicht geht z.B.

00:24:54: am Bauch oder am Pro oder wo immer untersucht zu werden dann will ich das gerne nochmal anbieten.

00:25:01: Die Verantwortung dafür auch die medizinische Verantwortung dass ich jetzt weiß was sich nicht getastet habe oder was ich nicht feststellen konnte die muss einmal kurz angesprochen werden aber das sind auch Dinge.

00:25:12: Ja, also das finde ich wichtig dieses Gefühl zu vermitteln.

00:25:16: Es geht ja um Sie und Ihren Körpern.

00:25:18: Sie bestimmt dieses Ohnmachtsgefühl was das Traumal einmal ausgelöst hat.

00:25:22: Das soll halt bei mir in der Behandlung nicht wieder auftreten.

00:25:26: Sie tragen die Verantwortung aber sie beschönen.

00:25:30: möchte ich noch mit Ihnen darüber sprechen, dass der Umgang mit traumatisierten Patientinnen und Patienten die Anfang von ihren Erlebnissen zu erzählen ja auch wiederum für die Ärzte und Ärztin sehr belastend sein kann.

00:25:46: Was können jetzt Ärzten für sich selber tun um sich auch gewappnet wird diese Situation zu fühlen?

00:25:52: Und damit klarzukommen wenn sie vielleicht was hören womit Sie nicht gerechnet haben.

00:25:57: Ich glaube, erst mal ist es wichtig tatsächlich alle bewusst sein dafür aufzubauen.

00:26:02: Es kann sein dass ich mit denen konfrontiert werde die für uns schwierig sind.

00:26:07: Seitens haben wir ein Medizinstudium ja schon doch auch ein bisschen genau das geübt.

00:26:13: also in der Rechtsmedizin mussten im achten Semester sehr fürchterliche Bilder angucken und wenn's gut gelaufen ist dann haben wir einen guten Umgang gefunden solche Bilder zur Seite zu packen.

00:26:25: Also es ist hilfreich, sich an das zu erinnern wo es ganz gut geklagt hat.

00:26:30: Wo es einen nicht überschleimten darf und man nicht ständig daran wieder denken muss.

00:26:35: Drittens ob da gilt genau das gleiche was ich zur Akkusentraumatisierung des Patientbindens gesagt habe?

00:26:42: Was hilft mir?

00:26:44: Hilft mir abends mit Freunden oder mit meinen MSAs die das Aukal erlebt haben, ihr übt es mir darüber zu sprechen.

00:26:52: Hilfts mir eher ohne Laufen zu gehen.

00:26:55: Also, dass man sich im Vorfeld schon sein Bewertigungsmechanismen bewusst ist und nicht zu last but not least einfach an Erkennung des Leids.

00:27:05: Die Sekunderotraumatisierung ist etwas ganz, ganz Wichtiges auserzünden.

00:27:10: Hausärzte sind ja nicht so geübt, sind immer eine Supervisor zu suchen, eine Supervisoren zu suchen.

00:27:14: Schildotherapeutin machen das dauernd.

00:27:17: also man darf auch mal einfach auf der Ärztekammerseite weiterbildungsermächtige Supervision suchen unter Anrufen.

00:27:25: Ich habe so eine schreckliche Verständengeschichte, kann ich mal zu einer zwei Stunden Supervision kommen, die sich damit klarkommen.

00:27:32: Und ich finde ganz wichtig, Barnett-Beräusche!

00:27:35: Die Barnettgruppe, die Michael Garnett ins Leben berufen hat zusammen in einer externen Gruppe über eine Astrazentralitätsbeziehung zu besprechen ist das Kernstück mit Erlebnis und Klartum.

00:27:48: Dann vielen Dank Frau Ahnen für das Gespräch dass Sie hier waren und uns so viele nützliche Formulierungen, auch Tipps- und Hinweise für die Praxis mitgegeben haben.

00:27:59: Ja sehr gerne!

00:28:00: Ich wünsche sehr das alle Traumapatienten bei allen unseren Kolleginnen und Kollegen gut sanft aber auch gut geschürt aufgerunken sind.

00:28:11: Und vielen Dank auch an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer dass sie wieder eingeschaltet haben bis zum nächsten Ärztetag Podcast Tschüss.

Über diesen Podcast

ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.

von und mit Ärzte Zeitung

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