ÄrzteTag

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00:00:03:

00:00:06: Willkommen beim Ärztetag, dem Podcast der Erste Zeitung.

00:00:09: Mein Name ist Heike Bökenkötter und ich bin Chefredakteurin der Ärzte Zeitung Und wir haben uns heute vorgenommen, uns mal auf eine etwas andere Art anzuschauen was die aktuelle Gesundheitspolitik für die Praxis bedeutet.

00:00:20: Denn natürlich wollen Patientinnen und Patienten wissen Was Reformen für ihre Versorgung bedeuten und dieses Wissen kommt nicht nur aus den Nachrichten sondern oftmals auch aus Gesprächen mit ihren vertrauten Ansprechpartnern in der Versorgungs selbst allen voran Hausärzten.

00:00:35: Wie viel Politik also verträgt die Sprechstunde?

00:00:37: Und wo verläuft die Grenze zwischen empathischer Kommunikation, sachlicher Aufklärung und notwendiger Abgrenzung.

00:00:44: Darüber spreche ich heute mit Dr.

00:00:45: Markus Blumenthal-Beyer, Co-Vorsitzender des Haushärztinnen und Haushärzteverbandes.

00:00:49: Hallo!

00:00:50: Ja hallo Frau Bückenkette.

00:00:52: Herr Blumenthal-Bayer, Sie sind seit einigen Jahren in der durchaus ja exponierten berufspolitischen Position gleichzeitig aber auch weiter interpraxistätig.

00:01:00: Jetzt gab es gerade in diesem Jahr ja gesundheitspolitisch durchaus einige Aufregerthemen die Ärzte wie Patienten beschäftigen.

00:01:07: Wann ist denn zuletzt ganz konkret vorgekommen dass Patienten in ihrer Sprechstunde Frust oder Fragen über die aktuelle Gesundheitspolitik formuliert haben?

00:01:16: Ja also es kommt immer wieder vor ich glaube was so wichtig Wie wir damit umgehen.

00:01:23: Und da gibt es einen Unterschied zwischen dem Wartezimmer, wo ja so ein Ort ist, wo sich alle treffen und wo auch mal Gespräche stattfinden.

00:01:31: Und im Sprechzimmer wurde ganz die Ärztin-Patientin.

00:01:35: Beziehung im Vordergrund steht.

00:01:37: also da unterscheide ich und wir schon sehr streng.

00:01:40: aber Es kommt jede Woche vor dass im Wartenzimmer auch ja Politik Thema ist.

00:01:48: Wahrscheinlich finden viele Gespräche ja schon sozusagen am Tresen statt.

00:01:51: Also zum Beispiel mit den MFA, mit dem Praxisteam gibt es da im Moment die Erfahrung oder das Erleben dass es momentan mehr solcher Gespräche oder Anfragen oder Unsicherheiten gibt angesichts der aktuellen Gesetzgebung?

00:02:06: Da hat sich auf jeden Fall was verändert.

00:02:08: also zum einen ist es ja so als Verband eben im Wartezimmer, nicht im Sprechzimmer.

00:02:14: Aber beim Wartezeimer ja jetzt auch eine Plakataktion hatten wo sich Patienten mit QR-Code selber informieren konnten.

00:02:23: die konnten das frei wählen und konnte natürlich dann auch wählen ob sie darüber reden wollen oder nicht.

00:02:28: und zum anderen sehen wir aber auch in Umfragen dass Menschen sich immer mehr für Gesundheitspolitik und auch für die hausärztliche Versorgung zum Beispiel interessieren, weil es einfach so ein elementares Gut ist.

00:02:42: Also nicht umsonst wünschen wir uns alle Gesundheit zum Geburtstag und diese Wahrnehmung dass das nicht mehr selbstverständlich ist und dass sich da was ändert oder sich auch etwas verschlechtert.

00:02:56: Das tragen die Menschen natürlich zu uns in die Praxen

00:02:59: Ja, ist auch was ganz existenzielles.

00:03:01: Wenn es jetzt zum Beispiel um das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ging war's dann so dass die Patienten tatsächlich eher ein Informationsbedürfnis hatten weil sich jetzt so viel gerade verändert und so viel tut.

00:03:11: oder waren es schon ganz konkret Sorgen und Ärger die da in der Praxis aufgeschlagen sind?

00:03:15: Das

00:03:16: ist schon beides gewesen oder ist beide.

00:03:19: also zum einen gibt es schon eine Vorstellung darf ich da etwas ändern muss Die artikuliert aber jeder von den Patienten so ein bisschen anders, die natürlich auch nach dem eigenen erleben.

00:03:35: Und was da schon aus unserer Sicht interessant war wenn wir uns die Zahlen anschauen das eben haben natürlich Patientinnen eher sagen habe bei mir selber sparen will ich eigentlich zu sechs Prozent sagen bei mir selbst waren interessanterweise an den Hausarztpraxen sagt nur ein Prozent das gespart werden soll.

00:03:51: also dass sieht man schon des Vertrauen und auch die die Wichtigkeit.

00:03:55: Und auf der anderen Seite gibt es schon auch eine Einschätzung, die dann auch manchmal wenn sie erlebt wird zu frustriert dass das Pazitieren den wahrnimmt.

00:04:04: Das Wartezeiten sich verlängern, dass es weniger Zeit gibt, dass in Zukunft möglicherweise oder durch das Spargesetz auch in der Realität an denen stellen noch schlechter wird.

00:04:15: Das macht natürlich auch Frust.

00:04:17: Und wenn Sie jetzt ganz konkret angesprochen werden oder Patientinnen zu Ihnen damit persönlich kommen, ist Ihnen den Patienten eigentlich bewusst welche berufspolitische Rolle sie auch haben?

00:04:27: Oder spielt es gar keine Rolle, wenn Sie in der Praxis sind.

00:04:30: Ja das ist teils so.

00:04:32: ich habe ja da auch teilweise noch zwei Standorte als ich viel mehr in Erlangen noch in meiner angestammten Praxis war, in der sich jahrelang fast gearbeitet hab.

00:04:43: Da heißt natürlich so dass über meine berufspolitische Rolle jeder Bescheid weiß.

00:04:51: Und da werde ich dann schon auch angesprochen, jetzt in der Berliner Praxis mal so was.

00:04:57: aber also es macht keinen Unterschied weil das ist mir noch einmal wichtig zu sagen dass ich ein politisches Gespräch in der Praxis noch nie von mir aus aktiv geführt habe sondern ja das ist immer... ein geschützter Ort, da hängen Informationen.

00:05:16: Da ist auch klar jeder der dann auch Zeitung bließ oder Fernseher sich dafür interessiert.

00:05:22: Der wird da irgendwie mal auf den Verband oder auf den Namen Blumenthal bei er jetzt stoßen und kann uns ansprechen.

00:05:28: aber ich würde nie aus mir heraus da ein politisches Gespräch in der Praxis beginnen.

00:05:35: Zumal die Zeit für entsprechende Medizin ja ohnehin schon knapp bemessen ist und wahrscheinlich genügend andere Anliegen sind.

00:05:42: Wenn es jetzt aber trotzdem ist, dass Patienten Sie persönlich ansprechen.

00:05:45: Können sie dann Ihre verschiedenen Rollen oder betrachten Sie das vielleicht auch gar nicht so?

00:05:50: Also einmal den Hut des Berufspolitikers und einmal des Arztes der gerade konkret Gesundheitsversorgung betreibt können Sie das gut trennen oder haben Sie gar nicht den Eindruck, dass man das trennen müsste in solchen persönlichen Gesprächen?

00:06:00: Naja also man muss es auf eine Art und Weise trennen und auf eine andere Art undweise ist es verbunden und das muss man gleichzeitig leben und aushalten.

00:06:09: Es ist ja schon so, und das ist auch teilweise der Wunsch.

00:06:12: Sogar den Menschen in der Praxis, da sich ihre Anliegen auch politisch weitertragen.

00:06:18: Das habe ich regelmäßig, dass das Wünsche an mich artikuliert werden zu sagen Ja wenn sie du auf Politik trifft dann sag doch mal das und das oder mach doch mal was und das.

00:06:29: Das heißt diese Erfahrung nehme ich mit und über die bin ich auch froh und umgekehrt es auch so, dass ich das natürlich einfließen lassen kann.

00:06:37: Dass sich auch mal hier Hintergründe weiß warum etwas genehmigt wird und was anderes nicht.

00:06:43: aber ich würde diesen wie soll ich sagen diesen Tat dass ich dem Patientin oder der Patientin da mit irgendwas politischem kommen den würde ich nie jetzt aktiv.

00:06:54: also das Angebot ist dadurch meine Rolle durch vielleicht einen Plakat im Wartezimmer durch Gespräche die Menschen unter sich führen, darüber zu reden.

00:07:02: Aber ich würde das niemals aktiv benutzen weil die Rolle des Arztes der Ärztin natürlich schon eine ganz besondere ist und da müssen wir schon aufpassen wie wir damit umgehen.

00:07:13: Ich stelle mir, gleichzeitig manchmal diese Grenzziehung auch gar nicht so leicht vor.

00:07:17: Denn welche Konsequenzen man jetzt aus diesen gesetzlichen Änderungen sagen wir mal dem Wegfall extra-budgetärer Vergütung bestimmter Leistungen zieht?

00:07:25: Das liegt ja am Ende auch in der Hand jedes einzelnen Arztes, jedes einzelne Praxisinhaber.

00:07:29: und oft heißt es natürlich an manchen Stellen das kann sein dass Praxen weniger Termine anbieten können, weniger Neupazienten aufnehmen können aber das ist vielleicht eine Konsequent die nicht jede Praxis ziehen wird.

00:07:40: Machen sie dann also schon auch transparent Was wirklich konkret im Gesetz steht, also was sich jetzt konkret einfach als Regulatorik verändert und welche Konsequenzen eher so persönliche Konseqenzen von Ärztinnen und Ärzten sind?

00:07:52: Also zum einen die hundertprozentigen Umsetzungsregeln kennen wir noch nicht.

00:07:58: Aber es ist schon auch klar gesagt das ist ein Wechselspiel zu sagen wenn gewisse Leistungen in diesem Jahr noch gehen im nächsten Jahr nicht dass man auch Patienten in Gesprächen, wenn es zum Beispiel um Vorsorge darauf hinweist.

00:08:12: Das ist auf jeden Fall so.

00:08:14: und natürlich kann ja auch mal ein Gespräch entstehen über Wartezeiten am Telefon, das man dann sagt naja Wir würden da schon auch noch gern mehr tun, aber wir werden begrenzt.

00:08:27: Und wir sollen zukünftig nicht weiter wachsen, sonst wären wir bestraft.

00:08:31: solche Gespräche ergeben sich schon.

00:08:33: Aber wie gesagt die drängen wir dem Patienten nicht auf sondern in der Regel ist dann auch eine Anfrage warum es etwas so rum und nicht andersrum.

00:08:42: daraus ergibt sich das.

00:08:44: Wie wir mit der Situation jetzt im Wartezimmer, wie gesagt mir ist wichtig, Sprechzimmer ist ein heiliger Ort.

00:08:51: Das Wartenzimmer auch öffentlicher Ort.

00:08:54: Wie wir da mit dem Wartezimmer umgehen, das werden wir jetzt dann auch schauen wie sich die Gesetzgebung wirklich konkret noch entwickelt bis zum ersten Ersten.

00:09:04: Und wie finden Sie den Grad dazwischen wenn Patienten z.B.

00:09:08: mit Ängsten oder Sorgen kommen?

00:09:11: Ängste, natürlich diesen Ängsten auch im Parch zu begegnen.

00:09:14: Vielleicht ein bisschen zu beruhigen an manchen Stellen und gleichzeitig Einschnitte die aber konkret da sind wenn zum Beispiel im Wartezimmer so ein Gespräch entsteht dann auch als solche zu benennen.

00:09:24: also das stelle ich mir gar nicht so leicht vor deinen sensiblen Umgang mitzufinden.

00:09:28: Ja sowohl unsere Praxisteams verdienen Ich wirklich jeden Tag den Hut ziehen muss, weil die teilweise auch noch mal das ist leider so nochmal deutlich mehr abbekommen und dann auch die aufbrausendsten Menschen dann manchmal im Angesicht der Ärztin oder des Arztes dann doch ein bisschen anders auftreten.

00:09:48: Die versuchen da schon viel abzufangen.

00:09:50: aber auch wir Versuchen einfach da eine aktive Gesprächsführung zu machen.

00:09:58: Das ist ja auch in der Regel der Vorteil in der hausärztlichen Praxis des Beziehungsmedizinteils über Jahre und Jahrzehnte.

00:10:07: Man muss da schon eine individuelle Ansprache finden, bezogen auf Ängste?

00:10:15: Ja, da gibt es dann auch eine konkrete Antwort.

00:10:18: also Patienten

00:10:20: z.B.,

00:10:20: unsere Praxistie in Berlin die müssen jetzt keine Angst haben nicht behandelt zu werden.

00:10:25: aber das kann halt sein dass es einfach länger dauert oder das gewisse Leistung dann jetzt so nicht mehr zur Verfügung stellen, aber das ist nicht... Also hängst du individuelle Abfangen?

00:10:36: Aber es wird keine individuelle Bestrafung von Einschränkungen geben.

00:10:42: Ich glaube, dass kann man in der Regel ganz gut fangen.

00:10:47: und wichtig ist, was sie sagen, was für eine Angst steckt auch dahinter.

00:10:51: also Die individuelle Zuwendung wird trotzdem bleiben, aber die Rahmenbedingungen der Zuwendungen können Sie natürlich schon ändern.

00:10:59: Ist die Praxis manchmal auch so eine Art Frühwahlensystem dafür wie sich die Wahrnehmung von Versorgung bei den Menschen gerade verschiebt oder verändert?

00:11:08: Auf jeden Fall!

00:11:09: Also wir haben das in der Pandemie ja ganz stark erlebt, wo wir sowohl was als Infektgeschehen betroffen hat als auch was die ganzen Frust und Fragen zum ganzen Thema Impfen.

00:11:23: Das war in den Praxen viel schneller, als es dann gesellschaftlich aufgeschlagen ist da.

00:11:30: Und wir haben das natürlich bei anderen Themen auch.

00:11:36: Die Unsicherheit, wie Versorgung in Zukunft stattfindet habe ich noch meine hausärztliche Praxis vor Ort.

00:11:43: Die ist sehr viel präsenter geworden Ja, als Verband.

00:11:47: Das ist jetzt auch meine Doppelrolle.

00:11:48: also ich erlebte es in der Praxis das Präsentor ist.

00:11:51: aber wenn wir dann als Verban auch nachfragen Dann sieht man zum Beispiel auch dass haben noch vor zwei Jahren Bands sieben und dreißig Prozent die gesagt haben aus erzlicher Versorgung spielt eine Rolle für meine Wahlentscheidungen.

00:12:04: Jetzt sind schon ein fünfzig Prozent.

00:12:06: Also da gibt sich ja Unterschiede nach Regionen Aber da würde ich gar nicht mal statt Landgefälle machen Sondern auch in der Stadt gibt's natürlich sehr große Unterschiede gerade in den großen Städten.

00:12:16: Das ist einfach ein Thema, das immer mehr in den Kerndessen vorrückt was Menschen wichtig ist Wohnen bei Lebenshaltungskosten und Gesundheitsversorgung.

00:12:28: Gibt es umgekehrt den auch Fälle, in denen Sie oder Ihr Praxisteam stellvertretend für das System ja angegangen werden und Patienten politische Entscheidungen sozusagen versehentlich Ihnen unter dem Team zu schreiben?

00:12:39: Auch wenn sich die eigentliche Kritik vielleicht gegen die Politik oder die Kostenträger, die Krankenkassen oder ähnliches richtet.

00:12:46: Ja also es gibt schon manchmal so Situationen, die ich sagen kann Ich sage mal, das ist so in der Familie mit Kindern.

00:12:59: Wenn es keine stringente Kommunikation gibt und jetzt zum Beispiel bei den Gewährungen oder Verordnungen bestimmter Medikamente oder Leistung wenn natürlich die betreuende Mitbetreuenden krank also sagen wir sagt ja Ja, sie dürfen ihnen alles verschreiben Dann kommt die Leute oft schon mal gefrustert hin und sagen ja ihr wollt mir da was vorhandhalten.

00:13:20: In der Regel ist es so dass wir das dann nochmal prüfen und uns anschauen, aber wenn das dann wie erwartet nicht so ist.

00:13:28: Dann ist der Zaubersatz mit dem ich bisher noch immer gewonnen habe.

00:13:32: Lassen Sie sich das mal ganz genau schriftlich von Ihrer kranken Katze geben.

00:13:36: Bisher habe ich diese Bestätigung nie bekommen, dann ist auch dieses Thema abgeräumt.

00:13:41: also das eine Thema Angst zu haben oder Misstrauen zu haben ob da was ungerechtfertigt vorenthalten wird Dann ist so Ungleichbehandlung im Wartezimmer ein Thema, das kann ich sagen.

00:14:00: Es gab es in den Praxen, in denen ich gearbeitet habe nie dass da ungleich Behandlung stattgefunden hat.

00:14:06: aber man merkt schon, wenn das Warteszimmer ganz voll ist und Menschen dann nicht nachvollziehen kommen warum jetzt wer als nächstes dran kommt das macht manchmal dann schon unruhen.

00:14:17: er braucht auch manchmal Lara sagen, hier wird nach medizinischer Notwendigkeit abgearbeitet und wir bitten irgendwie den Umgang zu wahren.

00:14:28: Sowas braucht es mal an wilden Tagen schon.

00:14:30: Das sind so die zwei Hauptthemen, die wir jetzt so konfliktiv manchmal in den Praxen haben.

00:14:36: Klar weil die Leute natürlich alle wenig Zeit haben und dann natürlich wahrscheinlich ja auch eine gewisse Nervosität mitbringen an der Stelle Wenn es jetzt so ist, dass es doch mal so ist das er sich vom Wartezimmer sogar noch weiter verlagert in ihr persönliches Sprechzimmer hinein.

00:14:50: Dann wie gesagt geht's meistens um die gesundheitlichen Themen und da ist die Zeit und Honorierung sprechen der Medizin ohne Hinrecht knappe Messen.

00:14:57: an welchem Punkt sagen Sie denn dann Ihrem Gegenüber auch Mal?

00:15:00: Nee, das ist jetzt wirklich kein Thema mehr für die Sprechtunde.

00:15:04: Ganz endlich kommt es relativ Felsen vor und wenn dann in der Form... In der Infektwelle, in der Akutsprechstunde.

00:15:14: Da würde man sagen wenn sie das wirklich interessiert oder wir diskutieren und lassen sich mal einen Termin geben bei inste.de dieses oder jenes an und dann kann man da mal darüber reden.

00:15:23: also dass es dann schon eine Zeit dabei.

00:15:25: wie gesagt von mir also aus mir heraus würde ich das sowieso nicht machen und manchmal Ist es dann halt ein Bedürfnis, wo man schon erstmal ganz in der ärztlichen Rolle.

00:15:37: Wo ich mich frag okay wenn jetzt darüber geredet wird was steckt denn da konkret dahinter ist eine gesundheitliche Sorge sind Ängste um die Zukunft der Familie oder wie auch immer.

00:15:47: also und daher muss man das jetzt schon erst mal in diesem Behandlungskontext einordnen.

00:15:52: und wenn's aber rein darum geht Interesse zu haben, mit mir jetzt auch in meiner Rolle über Politik zu diskutieren.

00:16:01: Dann gibt's manchmal die Zeit dafür und manchmal gibt es die Zeit nicht und das muss man dann von der Situation heraus entscheiden.

00:16:08: Haben Sie Strategien entwickelt?

00:16:10: Wie sind Gespräche, die vielleicht besonders ausufern weil jemand besonders aufgeregt ist denn noch deeskalieren?

00:16:17: Ja also wir haben schon sowohl in unserer Ausbildung als auch in dem Alltag und auch im Austausch mit dem Team, so dass wir das aktive zuhören.

00:16:29: Das hat schon die Menschen immer versucht dort abzuholen wo sie sehen dann auch mit Fragen zur Antworten sagen und Probleme die man jetzt so wahr nimmt auch noch mal auszusprechen dass es im Raum ist, dass die Leute dann auch Raum haben für ihre Sorge und für ihren Brust.

00:16:49: Das funktioniert schon.

00:16:51: Wir sind in den überwiegendsten Sälen und es ist wirklich die absolute Ausnahme, dass man dann sagen muss ganz ruhig zu sagen, das führt jetzt irgendwie.

00:17:02: Kommen wir heute nicht weiter und lassen uns beim nächsten Mal darüber reden oder ich muss jetzt leider weitermachen oder so.

00:17:10: manchmal gibt diese dieser Abbrüche schon diese Grenzen macht mir dann ganz beundlich aber in der Regel ja.

00:17:19: also das ist glaube dieses große Pfund, dass wir doch jahrelange Beziehungen haben auf die man aufbauen kann.

00:17:28: Die sich auch manchmal klären.

00:17:29: das Menschen sagen mit dem komme ich jetzt als Arzt oder Ärzte nicht zurecht dann wechseln die ist auch okay.

00:17:36: umgekehrt hat aber dann langjährige Beziehung und dann ist es wie in einer Beziehungszeit war wechselseitig da in der Situation wo's mal bisschen knascht.

00:17:45: Aber in der Regel hält die Beziehunge aus wenn man das ganz offen bespricht

00:17:51: Und Sie sagen, sie schauen auch schon genau hin.

00:17:52: Ob nicht doch?

00:17:53: Auch im ganz persönlichen Gespräch dann vielleicht etwas dahintersteckt was auch gesundheitlich bedingt sein kann dass zum Beispiel jemand nicht nur einmal aufgeregt ist wegen aktuellen Situation sind dann vielleicht auf Dauer sehr angespannt.

00:18:03: ist das es für Sie also vielleicht auch so ein bisschen so einen gegebenen falls?

00:18:06: ein Frühwahnzeichen gesundheitlicher Art

00:18:09: Also eine starke emotionale Äußerung egal jetzt mit welchem Inhalt wird immer in meiner ärztlichen Rolle erst mal dazu führen zu fragen, was für Sorgen dahinter stecken.

00:18:24: Also das ist jetzt auch ein aufgeregter politischer Einstieg.

00:18:28: es erst mal was Medizinisches und wenn dann klar ist da will jemand über Politik mit mir diskutieren wie gesagt dann ist die Frage Ist dafür jetzt Raum?

00:18:39: Und Dann kann man das führen und dann ist im Gespräch wieder.

00:18:43: so findet er ein echter Austausch statt dann habe ich da auch Spaß dran.

00:18:47: oder ist es irgendwie?

00:18:50: Es hält uns auch vor, dass jemand da seine Meinung einfach abladen will.

00:18:54: Dann höre ich mir das kurz an und dann findet man dann freundliches Gesprächsende weil es ist jetzt überhaupt nicht meine Intention hier in dauerndem allgemein politischen... Dialogen oder eben auch manchmal Monologen zu lernen.

00:19:08: Also das kommt in der Regel aber nicht so viel.

00:19:13: Ja, absolut!

00:19:14: Gibt es etwas von dem Sie sich wünschen würden, dass Patientinnen und Patienten mehr darüber wissen wo die Grenzen ärztlicher Einflussmöglichkeiten liegen?

00:19:22: Wenn ich in diesem Kontext bei Wünschen bin dann würde ich mir wünscht, dass manchmal gerade die aufgeregten da nicht den Frust bei unserem Team, bei unseren MFA's.

00:19:35: Bei unseren VRs so stark abladen.

00:19:38: das ist die Ausnahme.

00:19:39: also man muss immer schauen dass er nicht die Ausnahmen zur Regel macht.

00:19:44: Das ist der Punkt und die übersteigerten Erwartungen was sie ansprechen jetzt zum Beispiel an ärztliche Heilkunde oder auch an Ärztinnen und Ärzte in ihrer Rolle.

00:19:56: dies aber auch immer Möglichkeit für einen Gespräch.

00:20:00: Klar kommt es immer wieder vor, dass das Erwartungen gibt an dieses oder jenes.

00:20:05: Das jetzt für Heilung oder für Verbesserung der Situation führen kann und da ist immer... Also ich kann nur sagen, ich habe auch von meinen Patienten total viel gelernt.

00:20:17: mit Dingen umzugehen sich Dinge anzuschauen Und umgekehrt war aber nicht auf jedes dann am Ende einsteigen.

00:20:24: Aber auf das Gespräch muss man eingehen.

00:20:26: Ich glaube, das ist das Entscheidende sind alles Gesprächsangebote von Patientinnen und Patienten, die erstmal auch zu nehmen sind.

00:20:33: So sie dann hinschüren ist eine ganz andere Sache!

00:20:37: Und gibt es noch etwas was Sie vielleicht jüngeren Kolleginnen und Kollegen noch raten würden im Umgang mit zum Beispiel politisch aufgeladenen Gesprächen?

00:20:45: Also da hat jeder glaube ich so seine eigene Strategie.

00:20:49: man muss das schon einfach auch bei sich sein oder nicht... Das ist manchmal so dass dass bei so Gesprächsfahrt Gebern oder so, wenn man die Abspracht abarbeitet und nicht mit der eigenen Person und der eigenem Biografie verknüpft.

00:21:04: Dann wird es schwierig umgekehrt.

00:21:06: Wäre der Rat schon?

00:21:07: Dass er da manchmal nicht zu viel auch persönliche Angriffe mithört oder mithührt.

00:21:15: also ich glaube diese Trennung zu sagen ja man kann auch über Politik Reden, wenn der Patient das will ist schon mal der eine Punkt und da jetzt nicht so sehr im Sprechzimmer wartet zu was anderes.

00:21:30: Da es nicht so proaktiv zu sein Und wenn das ein Thema ist, dass dem Patienten oder der Patienten wichtig dann muss man eben schon auch gewisse Grenzen weiterhin einhalten.

00:21:42: glaube ich sind die jungen Kolleginnen und Kollegen in der Kommunikation als wir sehr gut ausgebildet und auch so, dass sie damit sehr wertschätzend umgehen.

00:21:56: Ich glaube diese Wertschätzung ist auch das Wichtigste des Spüren die Patientinnen und Patienten ob da eine Wertschättung da ist und es nimmt schon ganz viel von dem Druck oft aus so Situationen raus.

00:22:07: Ich nehme ein bisschen mit, Grenzen ziehen ja.

00:22:09: Aber vielleicht auch nicht zu früh den Impuls haben etwas abzuwirken wenn gerade ein Gespräch möglich ist.

00:22:15: Vielleicht auch einfach ein bisschen offen zuzuhören was da gerade vielleicht dahinter steckt und was die Patienten vielleicht gerade auch mitgeben können was man selber vielleicht noch dazu lernt oder zumindest auch ein Gefühl dafür zu bekommen wie es den Patienten damit gerade geht

00:22:30: Genau, und was da auch wichtig ist selber sich auch ein bisschen den Druck zu nehmen.

00:22:34: Also ich erlebe schon gerade – ich weiß es von mir auch – erstens kommt man in die Situation immer mal rein oder am Anfang war das stärker als vielleicht jetzt ist.

00:22:44: wir sind zwar in unserer Rolle auf diejenigen, die eine Antwort geben sollen müssen und dürfen aber wir müssen nicht auf alles die Antwort haben.

00:22:57: wenn man das sich selber reflektiert, dass wir nicht für alles verantwortlich sind.

00:23:01: Nicht für alles die hundertprozentige Antwort wissen dann ist der Leistungsdruck, der ja auch, wenn Sie hier sehen ja teilweise siebzig, achtzig, neunzig Patienten am Tag.

00:23:12: Wenn Sie da für jedes individuelle Anliegen eine Lösung haben?

00:23:16: Das haben wir ganz oft aber heißt auch nicht immer und diesen Druck sollte man sich auch nicht machen.

00:23:22: Und wenn mal die Patientin da mitnimmt und sagt, ja da habe ich jetzt im Moment noch keine Hand dort drauf.

00:23:28: Da haben wir uns nochmal an oder so dann ist mir auch nicht in der Rolle das immer die so eine Maschine irgendwie Antworten liefern

00:23:37: muss.".

00:23:37: Ganz herzlichen Dank für diese Einblicke Herr Blumenthal-Beyer!

00:23:40: Ja

00:23:40: danke!

00:23:41: Und auch Ihnen vielen dank fürs Zuhören bis zum nächsten Mal beim Erztetag.

Über diesen Podcast

ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.

von und mit Ärzte Zeitung

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