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Sexarbeit: Das älteste Gewerbe der Welt in der Krise

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Das älteste Gewerbe der Welt scheint einer der ganz großen Verlierer der Corona-Krise zu werden, weil Prostituierte nicht arbeiten dürfen, Bordelle weiter geschlossen bleiben. Erst jüngst berichtete die Deutsche Aids-Hilfe zum Internationalen Hurentag, dass der Zugang zu Soforthilfeprogrammen und Sozialleistungen für viele Prostituierte nach wie vor erschwert ist. Über die städtische Beratungsstelle CASA blanca – das Centrum für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten in Altona, die auch von vielen SexarbeiterInnen aufgesucht wird – hat die Medizinerin Dr. Johanna Claass viel Erfahrung sammeln können. Im Podcast erläutert sie, welche Hilfe sozialer wie medizinischer Art für die Berufsgruppe der SexarbeiterInnen aktuell besonders nötig erscheint und warum es keinen Unterschied macht, wo Hygieneregeln eingehalten werden.


Kommentare

Dieter Döring: Arzt im Rotlichtmilieu, seit über 20 Jahren
by Dieter Döring: Arzt im Rotlichtmilieu, seit über 20 Jahren on
Das neue Prostituiertenschutzgesetz, schon der Name ist verfehlt, denn es bewirkt genau das Gegenteil vom dem was es vorgibt, und jetzt noch die Corona - Krise haben die Prostituierten ins absolute Elend gestürzt. Um ihren Leben zu finanzieren sind sehr sehr viele Prostituierten jetzt im Untergrund verschwunden und nicht mehr auffindbar. Die Folge: Vermehrung der Infektionskrankheiten (Hepatitis B, A und C, Tripper, Lues, Zystitis, Nephritis und natürlich HIV) und Ausbeutung von miesen Zuhälter, gegen die sich die Prostituierten nicht mehr wehren können. Selbstverständlich haben wir auch eine Vermehrung der Infektionskrankheiten bei den Freiern. Das neue Prostituiertenschutzgesetz hat genau das Gegenteil vom dem gemacht was es vorgab zu machen. Sehr sehr traurig. Aber so ist das, wenn Gesetze von Leuten gemacht werden davon keine Ahnung haben. Die Prostitution zu kriminalisieren und oder zu verbieten ist so etwas von weltfremd, da kann man einfach nichts mehr zu sagen. Auch die Einführung des Hurenausweises mit Datenerfassung ist nur schlimm. Warum: Es gibt Frauen die Prostitution nur sehr kurze Zeit in ihrem Leben machen, feststellen, das das nichts für sie ist und wieder einen anderen Beruf ausüben und oder heiraten und es gibt Frauen die das Jahrzehnte ihres Lebens machen und damit zufrieden sind. Alle stehen aber jetzt in einer Datenbank und wer hat da Zugriff drauf ??? Auch gibt es natürlich Männer, die nur bei Prostituierten ihren Sexualtrieb einigermaßen legal ausleben können. Das die Prostitution nicht etwas edles ist, ist wohl klar, aber sie ist immer noch die bessere Alternative als Vergewaltigung und Ausbeutung durch Zuhälter. Was sagte der heilige Augustinus: Die Prostitution ist die Kloake der Gesellschaft, aber ohne die Kloake sieht es in der Gesellschaft noch schlechter aus. Und was da alles für Freier verkehren, ich hätte es vor meiner hausärztlichen Tätigkeit im Milieu nicht für möglich gehalten.

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